Welche Hamas-Zahlen die westliche Presse meldet und welche nicht

„Es heißt, die palästinensische Bevölkerung des Gazastreifens leiste Widerstand gegen die Blockade des winzigen Landstrichs, die ihn in ein ‚Freiluftgefängnis‘ verwandelt habe. Über die Ereignisse, die zu dieser Blockade geführt haben, erfährt man dagegen wenig: Der präzedenzlose israelische Abzug der Juden aus dem Gazastreifen und die Wahlen von 2006 (die bislang letzten im Gazastreifen), die zur Übernahme der Macht durch die Hamas führten, und die Konflikte des Hamas-Regimes mit Israel und Ägypten. All dies hat zu den Umständen geführt, die den Bewohnern des Gazastreifens heute das Leben schwer machen. (…)

Die Ereignisse [vom vergangenen Montag] waren keineswegs präzedenzlos. Von der Hamas dazu gedrängt, begannen Bewohner des Gazastreifens bereits im Februar damit, sich an der Grenze einzufinden, um die israelischen Sicherheitskräfte zu bedrängen. Diese Proteste wurden schnell gewalttätig, als eine improvisierte Sprengvorrichtung, die nahe der Grenze unter einer palästinensischen Flagge verborgen war, vier israelische Soldaten verletzte und eine Nacht israelischer Vergeltungsschläge gegen Stellungen im Gazastreifen nach sich zog. Ähnliche Massendemonstrationen folgten im März und April. Zivilisten drängten sich dabei haufenweise mit der ausdrücklichen Absicht an den Zaun, Kämpfern der Hamas die Gelegenheit zu geben, den Zaun zu durchbrechen.

Im Rahmen dieser Konfrontationen wurden jeweils zahlreiche Palästinenser verletzt und etliche getötet. Unter den Toten waren gewiss auch viele Zivilisten. Davon muss ausgegangen werden, wenn Zivilisten ausdrücklich in die Schusslinie beordert werden. Doch kann man darum behaupten, die Opfer seien wahllos getötet worden? Israelische Regierungsvertreter und die Hamas sind sich darüber einig, dass 80 Prozent der Todesfälle im April – 26 der 32 Toten – Kämpfer der Hamas waren. Im Zusammenhang mit der gestrigen Konfrontation hat der interne Sicherheitsapparat der Hamas behauptet, dass von den Todesopfern sechzehn entweder ihrer Organisation oder dem Palästinensischen Islamischen Dschihad angehören. (…)

Warum geben die Mainstreammedien im Westen die Angaben des internen Sicherheitsapparats der Hamas nicht wider, obwohl sie die des Gesundheitsministeriums der Hamas behandeln, als seien sie über jeden Zweifel erhaben? Die Behauptung, 1400, 1100, oder 1360 Menschen seien angeschossen worden, doch nur ein Prozent von ihnen sei seinen Verletzungen erlegen, ist widersinnig und unglaubwürdig, doch wirft die Presse mit dieses Zahlen bedenkenlos um sich, ohne sich um deren propagandistische Wirkung zu scheren. Warum haben die Mainstreammedien nicht gemeldet, dass Vertreter der Hamas Demonstranten immer wieder darüber informiert haben, auf welcher Strecke sie am einfachsten nach Israel vordringen können, sollte es ihnen gelingen, den Grenzzaun zu durchbrechen? Und warum wird so selten darüber berichtet, dass die Hamas die zivile Bevölkerung des Gazastreifens aktiv dazu aufgefordert hat, sich an der Grenze einzufinden, sie aber gleichzeitig als Deckung einsetzt, um die Israelischen Streitkräfte mit Granaten und Brandsätzen anzugreifen? Vielleicht, weil man – meldete man diese Dinge – bloßstellen würde, wie sehr die Presse genau jene Rolle spielt, die die Hamas und ihre Förderer ihr zugedacht haben.“ (Noah Rothman: “Questions the Press Hasn’t Asked about Violence in Gaza”)

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