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Wassermangel wird zu immer größerem Problem im Iran

Gewässer wie der Urmia-See im Iran trocknen immer stärker aus
Gewässer wie der Urmia-See im Iran trocknen immer stärker aus (© Imago Images / Westend61)

Durch die starke Wasserentnahme für die Landwirtschaft und mangelnde Regenfälle trocknen Gewässer wie der Urmia-See immer weiter aus, was zu einem tödlichen Problem zu werden droht.

Frederik Pleitgen / Claudia Otto / Angela Dewan / Mohammed Tawfeeq, CNN

Die Schrumpfung des Urmia-Sees vollzog sich schnell. Seine Größe hat sich mehr als halbiert – von 5.400 Quadratkilometern in den 1990er Jahren auf heute nur noch 2.500 Quadratkilometer –, so die Umweltschutzbehörde von West-Aserbaidschan, eine der iranischen Provinzen, in denen der See liegt. Jetzt wird befürchtet, dass er ganz verschwinden wird.

Solche Probleme sind in vielen Teilen des Nahen Ostens bekannt, wo das Wasser einfach ausgeht. Die Region leidet unter anhaltender Trockenheit und Temperaturen, die so hoch sind, dass sie kaum noch für menschliches Leben geeignet sind. Zusammen mit dem Klimawandel, der Misswirtschaft und der Übernutzung von Wasser sind die Prognosen für die Zukunft des Wassers in dieser Region düster.

Einige Länder des Nahen Ostens, darunter der Iran, der Irak und Jordanien, pumpen riesige Mengen Wasser zur Bewässerung aus dem Boden, um ihre Nahrungsmittelversorgung zu verbessern, so Charles Iceland, der globale Direktor für Wasser beim World Resources Institute (WRI), gegenüber CNN.

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Dies in einer Zeit, in der die Regenfälle abnehmen: „Sie verbrauchen mehr Wasser, als durch Regen nachkommt. Das führt dazu, dass der Grundwasserspiegel sinkt, weil das Wasser schneller entnommen wird, als es durch die Regenfälle wieder aufgefüllt wird“, sagt er.

Genau das passiert im Iran, wo ein ausgedehntes Netz von Staudämmen einen Agrarsektor versorgt, der etwa 90% des im Land genutzten Wassers verbraucht. (…) Der Urmia-See ist vor allem deshalb geschrumpft, weil sein Wasser so stark ausgebeutet wird. Auch die Dämme, die in seinem Einzugsgebiet vor allem für die Bewässerung gebaut wurden, haben den Wasserzufluss in den See verringert.

Irans Wassermangel ist bereits jetzt ein tödliches Problem. So wurden im Juni im Lauf einer Woche bei Demonstrationen gegen die Wasserknappheit im Südwesten des Landes mindestens drei Demonstranten bei Zusammenstößen mit Sicherheitsbeamten getötet. (…) Nach Angaben des meteorologischen Dienstes des Landes erlebt das Land eine der trockensten Bedingungen seit fünf Jahrzehnten.

Der Urmia-See ist hypersalin, das heißt, er ist sehr salzhaltig. Da er schrumpft, erhöht sich die Salzkonzentration und ist mittlerweile so extrem geworden, dass die Nutzung des Sees zur Bewässerung die Ernten der Bauern schädigt.

Kiomars Poujebeli, der in der Nähe des Sees Tomaten, Sonnenblumen, Zuckerrüben, Auberginen und Walnüsse anbaut, erklärte gegenüber CNN, dass das salzhaltige Wasser katastrophale Folgen habe. „Der Tag, an dem der Boden unfruchtbar wird, ist nicht mehr weit entfernt“, sagte er.

(Aus dem Artikel The Middle East is running out of water, and parts of it are becoming uninhabitable“, der bei CNN erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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