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Was der Iran mit dem Sturm auf die US-Botschaft erreichen will

(imago images/UPI Photo)
(imago images/UPI Photo)

Mit der Stürmung der amerikanischen Botschaft in Bagdad versucht der Iran, den Demonstrationen der vergangenen Wochen eine andere Richtung zu geben.

Yaakov Lappin

Während sich die Ereignisse im Irak überschlagen, ist ein Trend bereits deutlich erkennbar: Der Iran versucht, die Ereignisse auszunutzen, um das anti-iranische Narrativ im Irak zu verändern und gleichzeitig Amerika für seine Luftangriffe zu bestrafen. (…)

‚Mob-Attacken auf die Botschaft geben dem Iran die Möglichkeit, die Verantwortung von sich zu weisen. Das macht sie für Teheran zu einer attraktiven Option‘, sagt Professor Uzi Rabi, der Direktor des Moshe Dayan Center for Middle Eastern and African Studies an der Universität Tel Aviv. ‚Letztlich versuchen die Iraner den Amerikanern zu zeigen, dass sie viele Optionen haben. Sie müssen nicht mit Raketen oder Drohnen reagieren, wenn sie den Amerikanern auch auf der Straße das Leben schwer machen können. Momentan wollen die Iraner eine Situation herzustellen, in der die US-Präsenz im Irak als das Problem gesehen wird‘. (…)

Der Oberst der Reserve Udi Evental, ein leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institute for Policy and Strategy (IPS) am Interdisziplinären Zentrum in Herzliya, sagt, dass im Irak derzeit ein Kampf um Narrative tobt:

‚Die schiitischen Milizen und der Iran versuchen, den Fokus von der anti-iranischen Stimmung der Demonstrationen der letzten zwei Monate abzulenken und die Wut in Richtung der Vereinigten Staaten zu lenken (…). ‚Das ist ihr Ziel. Der Angriff auf die Botschaft wurde von den Milizen organisiert; ihre Unterstützer stürmten die Botschaft, nachdem die Opfer der US-Luftangriffe Angriffe [vom Sonntag] begraben worden waren‘, sagte er.

Kurzfristig wird der Iran wahrscheinlich einen gewissen Erfolg damit haben, den Kurs der irakischen Proteste abzuändern, die auf das schwere Versagen der Regierung in Bagdad abzielten, die unter dem Einfluss des Iran und korrupter irakischer Eliten steht. (…)

Auf längere Sicht sind die Erfolgsaussichten für den Iran jedoch gering. Die Demonstrationen dauern bereits seit zwei Monaten an, und einige der 400 Iraker, die bei den Protesten getötet wurden, sind von Milizen unter dem Kommando der iranischen Quds-Brigade erschossen wurden. (…)

Während alle irakischen politischen Führer die Luftschläge der USA verurteilt haben, haben einige prominente Persönlichkeiten – Anführer schiitischer politischer Parteien, die sich nicht Teheran unterworfen haben – auch die Aktionen der Teheraner Milizen kritisiert. (…)

Washington steht vor neuen Dilemmata, sagt Evental. Denn für die unmittelbare Zukunft sei sein Handlungsspielraum im Irak eingeschränkt worden. Während das wahrscheinlich nicht von Dauer sein wird, ist unwahrscheinlich, dass die Iraner durch die Luftangriffe auf die Kataib Hisbollah abgeschreckt werden ‚Strategisch gesehen, werden die Iraner nicht abgeschreckt. Der Iran wird sich sagen: ‚Wenn sie unsere Stellvertreter treffen, aber nicht uns, können wir damit fortfahren, über unsere Stellvertreter zu operieren‘‘, sagt Evental.“

Auszüge aus dem Artikel „Iran tries to change narrative in Iraq as US faces key decisions following airstrike escalation“, der beim Jewish News Syndicate erschienen ist. Übersetzung für Mena-Watch von Florian Markl.

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