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Was ein Berliner schiitischer Scheich predigt, wenn er sich an das iranische Publikum wendet

Der Berliner schiitische Scheich Sabahattin Türkyilmaz (l. o.) im Werbevideo des Islamischen Zentrums Hamburg
Der Berliner schiitische Scheich Sabahattin Türkyilmaz (l. o.) im Werbevideo des Islamischen Zentrums Hamburg (Quelle: Screenshot YouTube)

Während er in einem Video für das Islamische Zentrum Hamburg die Werbetrommel für einen moderaten Islam rührt, plädiert Sabahattin Türkyilmaz im Iran für den Export der islamischen Revolution weltweit.

Vor Kurzem durfte er noch in einem Werbevideo des Islamischen Zentrums Hamburgs auftreten, das in die Kritik geraten war, ein Vertreter des iranischen Regimes in Deutschland zu sein und Verbindungen zu antisemitischen Terrororganisationen wie der Hisbollah zu pflegen. In dem Video – das das Islamische Zentrum Hamburg als Organisation preist, die „eine wichtige Rolle bei der Vorstellung und Etablierung eines moderaten und dem Gemeinwohl dienenden Verständnisses innerhalb der schiitischen Muslime“ spiele, und die geäußerte Kritik als Kriegserklärung an „alle Schiiten in Nordeuropa“ bezeichnet – sprach Sabahattin Türkyilmaz davon, dass die „ungerechterweise“ erhobenen Beschuldigungen, „einen Schatten auf Deutschland“ würfen.

Was der Scheich des Islamischen Zentrums Imam Riza e. V. – Berlin über das „Verständnis innerhalb der schiitischen Muslime“ zu sagen hat, wenn er sich nicht an ein deutsches Publikum richtet, kann man in einem Interview sehen, das Türkyilmaz am 3. Juni dem iranischen Fernsehsender Ofogh TV gab:

„Seit der [islamischen] Revolution [im Iran von 19797] wurden der Irak, Syrien, der Libanon und Palästina – und jetzt auch der Jemen sowie afrikanische und südamerikanische Länder – direkt von Imam [Khomeini] inspiriert. (…)

Wir müssen untersuchen, was das Ziel der [Islamischen] Revolution war. Als Imam [Khomeini] sagte: ‚Wir werden die Revolution exportieren‘, was war das, was er da exportieren wollte? Iranische Kultur? Das ‚Iranertum‘? (…)

Wenn wir das verstehen, dann wird offensichtlich, dass die Revolution keine Grenzen kennt. In der politischen Dimension betraf sie nur den Iran, als die Monarchie gestürzt wurde und das islamische Regime an die Macht kam. Die Botschaft der Revolution – und ihres Exports – ist freilich eine andere: Die Botschaft ist der Kampf gegen Arroganz und Unterdrückung.

Die Welt muss wissen, dass das [von Khomeini geprägte] System der „Herrschaft des Rechtsgelehrten“ im Gegensatz steht zum System der liberalen Demokratie in der Welt und im Gegensatz zur Demokratie in den USA.“

Diese von Türkyilmaz gemachte Kampfansage an die liberale Demokratie und sein Auftrag, das Herrschaftssystem der Islamischen Republik Iran in alle Welt zu exportieren, sind wohl kaum dazu geeignet, der Kritik an den Strukturen rund um das Islamische Zentrum Hamburg den Wind aus den Segeln zu nehmen.

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