Was die Palästinenser mit ihrem „Marsch für die Rückkehr“ erreichen wollen

„Als Experten für der Erzeugung von Gewalt wissen diese Gruppen und Organisationen, dass die routinemäßige Produktion von Gewalt mit Hilfe des ‚bewaffneten’ und ‚Volks’-Kampfs alleine nicht nur nicht ausreicht, um bedeutende politische Ziele wie einen israelischen Rückzug zu erreichen, sondern nicht einmal genügt, um das Scheinwerferlicht der internationalen Medien auf den Kampf zur Delegitimierung des jüdischen Staats zu lenken.

Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Die Ausbeute der palästinensischen Gewalt im Januar und Februar dieses Jahres beispielsweise waren zwei tote Väter großer Familien und die schwere Verwundung von zwei Israelis. Diese Gewaltakte gelangten zwar in Israel und in den palästinensischen Medien in die Schlagzeilen, entfalteten aber schwerlich eine Wirkung, die das Kräftegleichgewicht zwischen den beiden Parteien irgendwie verschieben könnte. (…)

Die Palästinenser sind sich zu ihrem Leidwesen bewusst, dass sie seit dem sogenannten Arabischen Frühling, dessen blutigen Folgen und den iranisch-saudischen bzw. schiitisch-sunnitischen Stellvertreterkriegen in wesentlich größerem Umfang töten und verstümmeln müssen, um ins Rampenlicht zu geraten. (…)

Daher überlegen dutzende oder gar hunderte Angehörige dieser Organisationen ständig, wie sie die übliche Routine durchbrechen sowie Vorfälle und hoffentlich neue Gewaltwellen schaffen können – in der Hoffnung, den Willen der Israelis zur Verteidigung ihres demokratischen Staat in einer Region zu untergraben, deren Staaten, wie der Libanon, am Rande eines Krieges stehen, oder, wie Syrien, bereits in den Abgrund des Krieges gestürzt sind.

Die jüngste Auskoppelung aus dieser Produktionsreihe ist die Idee einer riesigen Prozession von 100.000 Einwohnern Gazas, die den Sicherheitszaun um den Gazastreifen erstürmen sollen. Damit soll die Rückkehr der Flüchtlinge aus dem Gazastreifen in ihre ursprüngliche Heimat symbolisiert werden. Es muss wohl nicht betont werden, dass es sich dabei selbstverständlich kaum um die ursprünglichen Flüchtlinge handelt – die müssten mindestens 69 Jahre alt sein, denn so lange ist es her, dass Israel im Jahr 1948 gegründet wurde.

Der unmittelbare Zweck dieser Aktion besteht nicht so sehr in der Tötung von Israelis (sollte dies auch gelingen, umso besser), sondern darin, dafür zu sorgen, dass Einwohner des Gazastreifens getötet werden. Sie hoffen, dass Israel die Grenze zum von der Hamas kontrollierten Gazastreifen (so wie jeder souveräne Staat es tut) unter dem Einsatz von Gewalt sichert und dabei Bilder und Beerdigungen verursacht, die Israel delegitimieren sollen.“ (Hillel Frisch: „The Palestinian way of war: Preparing for the ‚march of return‘ in Gaza“)

Ein Gedanke zu „Was die Palästinenser mit ihrem „Marsch für die Rückkehr“ erreichen wollen

Schreiben Sie einen Kommentar


Schreiben Sie einen Kommentar

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.


Login