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Was die libanesische Wirtschaftskrise für die Hisbollah bedeutet

Hisbollah-Kämpfer in der libanesischen hauptstadt Beirut
Hisbollah-Kämpfer in der libanesischen hauptstadt Beirut (© Imago Images / ZUMA Press)

Der Bankrott des Landes und die daraus resultierenden Proteste haben die Fähigkeit der Terrororganisation geschwächt, Krieg gegen Israel zu führen.

Michael Young, The National

Der Bankrott des Libanon bedeutet, dass das Land im Falle eines Krieges gegen Israel nicht in der Lage wäre, sich von der Zerstörung, die solch ein Krieg nach sich ziehen würden, zu erholen. Schlimmer noch: Wegen der Hisbollah ist der Libanon in den meisten arabischen Ländern isoliert, die einmal bereit gewesen wären, seinen Wiederaufbau zu finanzieren, so dass der Schaden dieses Mal dauerhaft wäre. Auch den Iran, den wirtschaftlich angeschlagenen Sponsor der Hisbollah, könnte Beirut nicht um Hilfe bitten, da auch ihm einfach die Mittel dazu fehlen.

Die Spaltungen in der politischen Klasse infolge der öffentlichen Proteste bedeuten, dass es keinen erkennbaren Konsens gibt, die Hisbollah in einem Krieg zu unterstützen. Heute kommen die schärfsten Kritiker der Partei aus den Reihen ihrer einstigen Verbündeten in der Aounisten-Bewegung, einer überwiegend christlichen Fraktion unter Führung des ehemaligen Außenministers Gebran Bassil. Ihre Kritik mag mit innenpolitischen Differenzen zusammenhängen, aber wenn Ziad Aswad, ein prominenter Aounist, erklärt, dass der Libanon „nicht weiterhin das Gewehr halten kann, wenn sein Volk hungert“, dann drückt er eine weit verbreitete Ansicht aus.

Ohne innenpolitische Unterstützung wäre die Fähigkeit der Hisbollah, einen Krieg zu führen, stark beeinträchtigt. Die Partei würde beschuldigt werden, den Libanon für den Iran zu opfern. Hunderttausende vor dem Krieg geflüchtete Schiiten müssten Zuflucht in Gebieten finden, die der Partei feindlich gesinnt sind, was die Spaltungen weiter schüren und möglicherweise zu Unruhen führen würde. Dies ist ein Albtraumszenario für die Hisbollah, da dies das Land in einen Bürgerkrieg stürzen könnte, den sie nicht zu gewinnen hoffen kann, wodurch auch ihre Nützlichkeit für den Iran zunichte gemacht würde.

Doch diese Nützlichkeit steht auch heute schon in Frage. Die Hisbollah ist in ihrer Hybris davon ausgegangen, dass der Libanon fest im iranischen Lager verankert ist. Ihre Befehlsgewalt über den Staat mag bis zu einem gewissen Grad gesichert sein, aber ihre Befehlsgewalt über die Gesellschaft ist es nicht. Und selbst dann kooperieren wichtige Vertreter des Staates wie die Armee nur mit der Hisbollah, bleiben aber autonom und würden bei einer Verschiebung des Kräfteverhältnisses auf Distanz zu der Partei gehen.

Hezbollah is much weaker than it seems

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