Der schlechteste Historiker der Welt

„Eine Reihe internationaler Politiker der jüngeren Zeit tragen einen Doktortitel, so etwa der Präsident Griechenlands (Jurisprudenz), der indische Ministerpräsident (Wirtschaftswissenschaften) und die deutsche Kanzlerin und der belgische Ministerpräsident (Chemie). Doch der einzige Spitzenpolitiker, der ein promovierter Historiker ist, erweist sich ironischerweise als einer der schlechtesten Historiker der Welt: Mahmud Abbas, der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde. Diese Woche hat er seinen Anspruch auf diese Bezeichnung erneut angemeldet. Am Sonntag hat er dem palästinensischen Generalrat erklärt, der Staat Israel sei ‚ein koloniales Projekt, das mit den Juden nichts zu tun hat. Die Juden wurden im Zusammenhang mit der Vorstellung vom Heiligen Land, oder wie man es auch nennen will, instrumentalisiert. Alles ist erfunden worden.’ Abbas hat die jüdische Geschichte im Heiligen Land immer wieder bestritten. (…)

Die Geschichte des Nahen Ostens ist nicht das einzige Opfer Abbas’. In seiner als Buch veröffentlichten Doktorarbeit von 1983, ‚Die andere Seite: Die geheimen Beziehungen zwischen den Nazis und der zionistischen Führung‘, behauptete Abbas, David Ben-Gurion und andere führende Zionisten hätten ‚mit Hitler kollaboriert’ und gewollt, dass die Nazis Juden töten, denn ‚mehr Opfer bedeutete mehr Rechte und größere Ansprüche am Verhandlungstisch bei der Aufteilung der Beute nach dem Krieg’. Die ‚tatsächliche’ Zahl der von den Nazis ermordeten Juden sei ‚wesentlich niedriger’ als sechs Millionen, es könnte sich sogar um ‚weniger als eine Million’ handeln, so Abbas. ‚Zahlreiche Wissenschaftler haben die Zahl von sechs Millionen diskutiert und sind zu überraschenden Ergebnissen, nämlich nur einigen Hunderttausend, gelangt.’ Als er im Januar 2013 bei einem Interview im libanesischen Fernsehen zu seinen Texten über den Holocaust befragt wurde, erwiderte Abbas: ‚Niemand wird ernsthaft die Zusammenarbeit zwischen den Zionisten und den Nazis vor dem Zweiten Weltkrieg bestreiten können.’ Er fügte hinzu, es gebe von ihm ‚siebzig weitere Bücher, die ich immer noch nicht veröffentlicht habe’. In diesen würden seine Behauptungen bewiesen. (…)

Wie lässt es sich erklären, dass ein internationaler Staatsmann mit einem Doktortitel in Geschichte sich immer wieder zu derartigen krassen Verzerrungen der Geschichte hinreißen lässt? Ein Skeptiker würde vielleicht die Qualität seiner Ausbildung anführen. Jura studierte Abbas an der Universität von Damaskus, die von einem Regime kontrolliert wird, dem weder das Gesetz noch Fakten viel bedeuten. Seinen Doktortitel erhielt er in der Sowjetunion vom Institut für Orientstudien der Akademie der Wissenschaften in Moskau, dessen Respekt für die Geschichte sich schon daran messen lässt, dass sie Abbas trotz der Holocaustleugnung in seiner Doktorarbeit promovierten.

Doch damit würde man es Abbas viel zu leicht machen. Seit seiner Promotion sind vier Jahrzehnte vergangen. In der Zwischenzeit hätte er das eine oder andere ernstzunehmende Geschichtsbuch lesen und sich mit den grundlegenden historischen Fakten vertraut machen können. Abbas’ Machenschaften sind wohl eher damit zu erklären, dass ihm die Fakten durchaus bekannt sind, er sie aber, sofern er sie nicht im Kampf gegen Israel meint einsetzen zu können, absichtlich ignoriert.“ (Rafael Medoff: „Mahmoud Abbas, world’s worst historian“)

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