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Warum Corona und Islam eine gefährliche Mischung sind

Gläubige auf dem Weg zum Freitagsgebet
Gläubige auf dem Weg zum Freitagsgebet (© Imago Images / ZUMA Wire)

Die muslimischen Staaten tun sich besonders schwer, auf die Corona-Pandemie angemessen zu reagieren.

Es war eine Meldung wie hunderte andere in diesen Tagen. In Gaza, so wurde dieses Wochenende bekannt, sind die ersten Corona-Fälle diagnostiziert worden. Vermutlich wurde das Virus von zwei Männern eingeschleppt, die über Ägypten aus Pakistan zurückgekehrt waren.

Sonderfall in der arabisch-islamischen Welt

Doch wer auch nur marginal mit den Verhältnissen in dem von der Terrororganisation Hamas kontrollierten und extrem dicht bevölkerten Territorium vertraut ist, den extrem schlechten sanitären Bedingungen, der unzureichenden medizinischen Versorgung und vor allem der Unfähigkeit der Regierenden, die Lebensumstände der Bevölkerung insgesamt zu verbessern, der braucht wenig Phantasie um sich vorzustellen, was eine Ausbreitung des Virus in Gaza bedeuten würde. Hoffnung gibt vermutlich einzig das Faktum, dass die Bevölkerung dort mit einem Durchschnittsalter von etwa 20 Jahren extrem jung ist, was die Verbreitung vorantreibt, aber gleichzeitig die Sterberate wohl günstig beeinflussen wird.

Nun ist Gaza, aus bekannten Gründen, bis zu einem gewissen Grad ein Sonderfall innerhalb der arabisch-islamischen Welt. Doch in nahezu allen Staaten dieser Region zeigt sich schon jetzt, dass die Kombination aus Islam und Corona Probleme in sich birgt, die sich zu jenen addieren, die eine derartige Pandemie überall schafft. Man muß kein überschießender Islamkritiker sein, um vorauszusagen: in muslimischen Gesellschaften wird die Corona-Bekämpfung deshalb noch schwieriger werden als im Rest der Welt.

Ernsthaftes Problem

So meldete die Nachrichtenagentur Reuters am 20. März:

Muslime strömten von Kairo bis Mogadischu in die Moscheen, unabhängig von den Risiken. ‚Ich sage Ihnen nicht, dass Sie die vorbeugenden Maßnahmen ablehnen sollen, aber es gibt viel zu viel Übertreibung der Gefahren des Corona-Virus‘, sagte etwa Sheikh Abdi Hayi in Mogadischu in seiner Predigt, während Gläubige sogar auf der Straße beteten, die nicht in der Lage waren, sich der Menschenmenge in der Moschee anzuschließen.

Das Gebet ist eine der ‚fünf Säulen‘ des Islam, die fünfmal am Tag von den Gläubigen verrichtet wird, aber nur freitags mittags als Gemeinschaftsaktivität vorgeschrieben ist … Eine religiöse Versammlung in Malaysia im letzten Monat, an der 16.000 Menschen teilnahmen, zog 670 Corona-Virus-Fälle in vier Ländern Südostasiens nach sich. Später wurden die wöchentlichen Gebete wurden in Malaysia abgesagt. Überfüllte Schreine im Iran, die inländische Pilger und Schiiten aus anderen Nationen anzogen, trugen dazu bei, die Ausbreitung eines der bislang größten Ausbrüche des Corona-Virus zu beschleunigen.“

Gewiss: auch andere Religionen verfügen über einen spirituellen Narrensaum; in Kiew etwa drängten sich tausende Gläubige zusammen, um gegen das Virus anzubeten; und auch ein paar Ultraorthodoxe in Israel verhalten sich nicht eben hilfreich.

Aber: die islamische Welt neigt, aus welchen Gründen auch immer, in signifikant höherem Ausmaß zu derart irrationalem und damit letztlich selbstbeschädigendem Verhalten, wie die nach wie vor große Zahl religiös motivierter Treffen hunderter, ja tausender Menschen zeigt.

Das wiederum ist Teil einer Gesamtproblematik der islamischen Weilt, die der niederländische Sozialforscher Ruud Koopmans in seinem dieser Tage auf Deutsch erschienenen Buch „Das verfallene Haus des Islam – Die religiösen Ursachen von Unfreiheit, Stagnation und Gewalt“ hervorragend beschreibt.

Systematisch weist der Autor nach, wie in islamischen Kulturen der Gegenwart wirtschaftliche Entwicklung und wissenschaftlicher Fortschritt gehemmt werden. „Während die westlichen Länder kulturell immer vielfältiger werden, verwandelt die religiöse Säuberung die islamische Welt zunehmend in eine homogene kulturelle Wüste, in der nur eine Wahrheit ein Existenzrecht hat“, schreibt er. Die fehlende Trennung von Religion und Staat ist in seiner Analyse eine wesentliche Ursache für die Stagnation der islamischen Welt.

Das ist schon in pandemielosen Zeiten ein ziemlich ernsthaftes Problem; angesichts der momentanen Verbreitung der Seuche wird dieser Mangel vermutlich ziemlich viele Menschen das Leben kosten, die in einem rationaleren Ambiente überleben könnten.

Lernen aus der Pandemie?

Optimistische Geister werden darauf hoffen, dass die islamischen Gesellschaften nach hoffentlich überstandener Pandemie lernen werden, welche Konsequenzen ihre selbst verursachte Rückständigkeit in ökonomischer und wissenschaftlicher Hinsicht hat, und dass sie daraus die naheliegenden Konsequenzen ziehen. Die Geschichte gibt jedoch leider wenig Anlass zu dieser Hoffnung.

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