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Die Vorgeschichte der Raketenangriffe auf Israel

Esmail Qaani, Kommandeur der Quds-Einheit, lud zu dem Treffen, auf dem der Beschuss Israels beschlossen wurde. (© imago images/ZUMA Wire)
Esmail Qaani, Kommandeur der Quds-Einheit, lud zu dem Treffen, auf dem der Beschuss Israels beschlossen wurde. (© imago images/ZUMA Wire)

Der Befehl zum Beschuss Israels von mehreren Fronten aus wurde bei einem Treffen in der iranischen Botschaft in Beirut gegeben.

Berichte in libanesischen Zeitungen erläutern, was den Raketenangriffen auf Israel aus dem Südlibanon und aus Syrien letzte Woche vorangegangen ist. Die insgesamt 36 Raketen, die von der palästinensischen Terrororganisation Hamas abgefeuert worden sein sollen, waren der stärkste Raketenbeschuss Israels aus dem Libanon seit dem Krieg im Sommer 2006. Kein kundiger Beobachter glaubt, dass eine solche Operation in diesem Gebiet ohne die zumindest stille Unterstützung der Hisbollah möglich gewesen wäre.

Laut den libanesischen Medienberichten, die vom Middle East Media Research Institute (MEMRI) zusammengefasst wurden, fand nur einen Tag vor der Raketensalve ein Treffen in der iranischen Botschaft in Beirut statt. Geleitet worden sei es von Esmail Qaani, dem Kommandeur der für Auslandseinsätze zuständigen Quds-Einheit der iranischen Revolutionsgarden.

Vereint gegen Israel

Zu den Teilnehmern gehörten Vertreter der libanesischen Hisbollah, der Hamas, des Palästinensischen Islamischen Dschihads und anderer vom Iran unterstützten Gruppen wie den proiranischen Volksmobilisierungseinheiten im Irak und den Huthis im Jemen. Man sei übereingekommen, bei jeder künftigen Konfrontation mit Israel an allen Fronten und Schauplätzen vereint vorzugehen.

Eine libanesische Webseite beschrieb das Treffen in der iranischen Botschaft in Beirut, das zum abendlichen Fastenbrechen stattfand, folgendermaßen: »Der Iftar-Tisch wurde zu einem gemeinsamen Operationsraum, in dem der Befehl gegeben und der Zeitpunkt für die Al-Qlaileh-Operation [d. h. den Raketenangriff auf Israel] festgelegt wurde.«

Einem anderen Bericht zufolge habe das Ziel der bei dem Treffen vereinbarten Raketenangriffe darin bestanden, den Israelis klarzumachen, dass die »Achse des Widerstands«, also die mit dem Iran verbündeten Terrorgruppen, nicht mehr tatenlos zusehen würden, wenn Israel glaube, an einem einzelnen der Konfliktschauplätze isoliert militärisch agieren zu können. Vielmehr müsse es »bei jeder künftigen Operation, die es durchführt, gut vorbereitet sein und damit rechnen (…), dass sich alle Fronten der Achse entzünden«.

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