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Syrien: Vom IS beim Trüffelsuchen getötet

Arme Syrer versuchen mit Trüffelsuche ihr Einkommen aufzubessern
Arme Syrer versuchen mit Trüffelsuche ihr Einkommen aufzubessern (© Imago Images / Hans Lucas)

Die Terrorgruppe Islamischer Staat verübt gezielte Angriffe auf verarmte syrische Zivilisten, die auf der Suche nach teuer zu verkaufenden Trüffeln sind.

Laut der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) wurden mindestens 43 Menschen, zumeist Zivilisten, bei mehreren Angriffen des Islamischen Staates (IS) in Syrien getötet. Dem Bericht zufolge wurden mindestens 19 Zivilisten und 17 Mitglieder der regierungstreuen Nationalen Verteidigungskräfte von IS-Kämpfern in der westsyrischen Stadt Hama getötet, als sie auf der Suche nach Trüffeln waren. Am selben Tag tötete die Terrorgruppe in der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor weitere sieben Zivilisten, darunter fünf Hirten, so der SOHR-Bericht.

Trotz wiederholter Warnungen der Behörden wagen sich jedes Jahr zwischen Februar und April Hunderte verarmter Syrer auf der Suche nach Trüffeln in die Wüste Badia, die nicht nur als Versteck für Dschihadisten bekannt, sondern auch großflächig vermint ist, was die Suche nach den teuer zu verkaufenden Pilzen zu einem Hochrisikounterfangen macht.

Hunderte Tote

Die syrische Badia-Wüste ist bekannt dafür, einige der hochwertigsten Trüffeln der Welt hervorzubringen, die bis zu 25 Dollar pro Kilogramm einbringen können – und das in einem Land, in dem der durchschnittliche Monatslohn nur etwa 18 Dollar beträgt. 

Seit Februar wurden bei IS-Angriffen auf Trüffeljäger über 230 Menschen getötet. Mindestens 68 Trüffelsammler wurden am 17. Februar bei einem Hinterhalt des Islamischen Staats in der zentralsyrischen Stadt Homs getötet.

Nach ihrer territorialen Niederlage im März 2019 im Zuge einer Militäroperation unter der Führung der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und mit Unterstützung der von den USA geführten globalen Koalition haben IS-Kämpfer immer wieder Anschläge auf Zivilisten und militärische Ziele sowohl des syrischen Regimes als auch der kurdisch geführten Behörde im Nordwesten des Landes verübt. 

In ihrem Propagandamagazin vom Donnerstag behauptete der IS, zwischen dem 6. und 12. April fünf Anschläge in Syrien verübt zu haben, bei denen sieben Menschen getötet und verletzt wurden. Am vergangenen Sonntag gelang es US-Streitkräften, einen hochrangigen Führer der Terrorgruppe in Syrien auszuschalten. 

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