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Video zeigt Hamas-Entführung von israelischen Soldatinnen 

»Unsere Schwestern«: Demonstration für die Freilassung der israelischen Hamas-Geiseln
»Unsere Schwestern«: Demonstration für die Freilassung der israelischen Hamas-Geiseln (© Imago Images / Sipa USA)

Das israelische Forum für Geiseln und vermisste Familien hat am Mittwochabend ein Video veröffentlicht, das die Entführung von Späherinnen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte durch Hamas-Terroristen dokumentiert.

Joshua Marks, Amelie Botbol 

Die Aufnahmen, die von den Körperkameras der Terroristen gemacht wurden, zeigen die Gewalt und das Trauma, das fünf der sieben Späherinnen, die aus dem Stützpunkt Nahal Oz verschleppt wurden, erlitten haben. Weitere fünfzehn Soldatinnen wurden während des Angriffs ermordet. Das drei Minuten und zehn Sekunden dauernde Video wurde bearbeitet und zensiert, um die am stärksten verstörenden Szenen herauszuschneiden, darunter Aufnahmen der Ermordeten und des Bunkerinneren, in dem die Soldatinnen gefangen genommen wurden.

»Das Filmmaterial zeigt die gewalttätige, erniedrigende und traumatisierende Behandlung, welche die Mädchen am Tag ihrer Entführung erdulden mussten, und ihre Augen sind von blankem Entsetzen erfüllt«, so das Forum, eine Gruppe, welche die Familien der 252 Geiseln – von denen sich noch 128 in Gaza aufhalten – vertritt, die während des Hamas-Angriffs verschleppt worden waren.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, er sei »schockiert über das Video, das die Entführung unserer lieben Späherinnen zeigt. Wir werden weiterhin alles tun, um sie nach Hause zurückzubringen. Die Brutalität dieser Hamas-Terroristen bestärkt mich nur in meiner Entschlossenheit, mit aller Kraft zu kämpfen, bis die Hamas beseitigt ist, damit sich das, was wir heute Abend gesehen haben, niemals wiederholt.« Auch Staatspräsident Isaac Herzog zeigt sich bestürzt, als er sagte:

»Dieses Video zeigt die erschütternden Momente am 7. Oktober, als fünf junge Soldatinnen eines Wachpostens, der Städte und Kibbuzim im Süden Israels schützt, von Hamas-Terroristen geschlagen, mit Vergewaltigung bedroht und brutal als Geiseln genommen wurden. Das Video wurde von den tapferen Familien veröffentlicht, und wir sprechen ihnen weiterhin unsere ganze Kraft und Liebe aus.

Liri, Karina, Agam, Daniella und Naama befinden sich noch immer in der Gewalt der Hamas und wir kämpfen dafür, dass sie und alle anderen Geiseln nach Hause kommen. … Die Welt muss auf diese grausame Gräueltat blicken. Diejenigen, denen die Rechte der Frauen am Herzen liegen, müssen ihre Stimme erheben. Alle, die an die Freiheit glauben, müssen ihre Stimme erheben und alles tun, um alle Geiseln sofort nach Hause zu bringen.«

Keine andere Wahl

Das Video zu veröffentlichen war eine gemeinsame Entscheidung der Familien der fünf von Herzog bei ihrem Vornamen genannten Späherinnen Liri Albag, Karina Ariev, Agam Berger, Daniela Gilboa und Naama Levy. Die beiden anderen lebend gefangen genommenen Beobachterinnen waren Ori Megidish, den die IDF im Oktober retten konnten, und Noa Marciano, die von einem Arzt des Shifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt ermordet worden war und deren Leiche im November von den IDF geborgen und zur Beerdigung nach Israel gebracht wurde.

Roni Albag, die Schwester der 19-jährigen Liri Albag, die in dem Video in einem blauen Sweatshirt zu sehen ist, sagte am Mittwoch: 

»Es war sehr schwer für uns, Liri in ihren schwierigsten Momenten zu sehen – die Angst in ihren Augen, der Tod um sie herum, als einige ihrer Freunde getötet wurden. Ich habe zwei Tage lang ununterbrochen geweint. Ich konnte nicht daran denken, dass sie dort ist, dass ich sie nicht beschützen und für sie kämpfen konnte. Ich sehe ihr Gesicht und die Angst in ihren Augen jeden Abend vor dem Einschlafen und jeden Morgen, wenn ich aufwache. … 

Ursprünglich wollten wir das Vieo nicht veröffentlichen, um die Mädchen zu schützen. Wir wollten nicht, dass die Welt sie in solch schwierigen Momenten sieht, und wir wollten auch nicht, dass es veröffentlicht wird, wenn sie zurück sind. Aber wir hatten das Gefühl, keine andere Wahl zu haben. Wir wollten, dass sich die Welt daran erinnert, was Israel am 7. Oktober durchgemacht hat und dass 128 Geiseln immer noch in der Hölle gefangen gehalten werden. Die Welt sollte über diese Aufnahmen empört sein und uns helfen, sie zu befreien.«

Kein Spiel

»Wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren. Es gibt noch viele Menschen, die darauf warten, gerettet zu werden, und Liri ist eine von ihnen«, sagte Roni weiter. 

»Wir werden alles dafür tun, dass sie wieder nach Hause kommt, uns in den Arm nimmt und in ihr Leben zurückkehrt. … Es stresst mich unendlich, ich bin ihre große Schwester. Zu wissen, was sie durchgemacht hat und immer noch durchmacht. Das ist ein Kriegsverbrechen und ein Verbrechen gegen die Menschheit. Das ist kein Spiel, das ist das Leben von Menschen.«

Das Forum für Geiseln und vermisste Familien veröffentlichte erschreckende Screenshots aus dem Video, darunter die Bildunterschrift eines Hamas-Terroristen: »Ihr seid so schön«, während die jungen Rekrutinnen mit Kabelbindern gefesselt werden.

»Jede neue Aussage über das, was mit den Geiseln geschehen ist, bringt dieselbe tragische Wahrheit zum Ausdruck: Wir müssen sie alle nach Hause bringen, und zwar sofort. Der Staat Israel kann nicht akzeptieren, dass seine Bürger ständig das Gefühl haben, ihr Leben sei bedroht und sie unter ständiger Angst und Sorge leiden«, heißt es vonseiten des Forums. »Mit jedem Tag, der vergeht, wird es schwieriger, die Geiseln nach Hause zu bringen – die Lebenden zur Rehabilitation und die Ermordeten für eine angemessene Bestattung. Die israelische Regierung darf keine Zeit mehr verlieren, sie muss heute an den Verhandlungstisch zurückkehren.«

Der Text erschien auf Englisch zuerst beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)

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