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Veruntreuungsvorwürfe gegen Chef der libanesischen Zentralbank

Der Gouverneur der libanesischen Zentralbank Riad Salame
Der Gouverneur der libanesischen Zentralbank Riad Salame (© Imago Images / Michael Wigglesworth)

Während der Gouverneur der Banque du Liban seine Landsleute aufrief, ihr Geld im wirtschaftlich angeschlagenen Libanon zu invertieren, soll er 400 Millionen Dollar ins Ausland transferiert haben.

Lara Dihmis, Organized Crime and Corruption Reporting Project

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat den Libanon um Rechtshilfe bei einer Strafuntersuchung gegen die Banque du Liban (BDL) gebeten. In einer Erklärung an Daraj.com – den lokalen Medienpartner von Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) – sagte die Schweizer Bundesanwaltschaft, das Ersuchen stehe „im Zusammenhang mit einer Untersuchung wegen schwerer Geldwäsche in Verbindung mit möglicher Veruntreuung zum Nachteil der Banque du Liban.“

Es wurden keine Details der Untersuchung genannt, aber die libanesische Justizministerin, Marie Claude Najm, sagte, sie habe der Staatsanwaltschaft ein Ersuchen um Zusammenarbeit vorgelegt, das von Schweizer Justizbehörden geschickt wurde. Auch sie gab keine weiteren Details an.

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Die schweizerischen und libanesischen Erklärungen kamen nur Stunden, nachdem die Zentralbank eine Erklärung herausgegeben hatte, in der sie Medienberichte, nach denen der Gouverneur der Zentralbank, Riad Salame, sein Bruder und seine Assistentin Gegenstand der schweizerischen Ermittlungen seien, als „Erfindungen und Fake News“ zurückwies. Salame selbst erklärte, jeden zu verklagen, der über die Untersuchung berichte.

Salame, seine Assistentin Marianne Houwayek und sein Bruder Raja Salame waren Schlüsselfiguren in „Lebanon’s Offshore Governor“, einer Untersuchung, die im August 2020 von OCCRP und seinem lokalen Medienpartner Daraj.com veröffentlicht wurde. Der Bericht enthüllte, dass Offshore-Firmen, die Riad Salame gehören, im Stillen fast 100 Millionen US-Dollar in Übersee angelegt haben, mit Schwerpunkt auf Immobilien in Großbritannien, Belgien und Deutschland – während Salame die Öffentlichkeit ermutigte, ihr Geld in seinem wirtschaftlich verwüsteten Land zu investieren.

Agence France-Presse berichtete am Dienstag, dass die Schweizer Untersuchung etwa 400 Millionen Dollar an Geldtransfers umfasst.

(Aus dem Artikel Lebanon Central Banker Salame Faces Swiss Money Laundering, Embezzlement Probe“, der bei Organized Crime and Corruption Reporting Project erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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