Vereinte Nationen: Deutschland gegen Israel

„Erinnern sie sich noch an die Zeit, in der das neue Deutschland bestrebt war, seine Vergangenheit zu bewältigen und Israels bester Freund in Europa zu sein Das war einmal. Zurzeit versucht Berlin, eine historische Chance zur Steigerung des internationalen Profils Israels zu vereiteln.

Es geht um den Kampf um Sitze im obersten Gremium der UNO, dem Sicherheitsrat. Deutschland ist eines der wichtigsten Geberländer und ein Macher in der UNO und war bereits mehrere Male im Sicherheitsrat vertreten. Israel als bevorzugtes Ziel internationaler Kritik gehörte dem Sicherheitsrat dagegen noch nie an. Bislang war Israel der einzige Mitgliedsstaat, der von der Mitgliedschaft im Sicherheitsrat ausgeschlossen war.

Das hat sich nun geändert, und im Juni wird die UNO beschließen, welche Länder die beiden freiwerdenden Sitze im kommenden Jahr erhalten: Deutschland, Belgien oder Israel. Dass Israel den Sitz wahrscheinlich nicht erhalten wird, dürfte sich von selbst verstehen.

Erscheint im Mai im beim Verlag Hentrich & Hentrich in Berlin.

Der Vorgang funktioniert wie folgt: Regionalgruppen nominieren Kandidaten, die von der UNO-Vollversammlung bestätigt werden. Seit es 1949 Mitglied der UNO wurde, ist Israel das einzige Land gewesen, das stets von allen Regionalgruppen abgelehnt worden ist, insbesondere von jener, der seine kriegführenden Nachbarn angehören. (…) Daher hat Israel sich auf den ‚Westeuropa und Andere’ (WEOG) genannten UNO-Block konzentriert. Dazu gehören neben den Demokratien westlich der Berliner Mauer auch Australien, Kanada und Amerika. (…)

Deutschland (und Belgien) werden vermutlich von der Angewohnheit der UNO profitieren, jedes kritikwürdige Verhalten Israels maßlos zu übertreiben. Daher wird dessen Antrag auf Mitgliedschaft in dem prestigeträchtigen Klub vermutlich abgewiesen werden, dank dieser späten, schamlosen, ignoranten und zynischen Gegenkandidatur Deutschlands zum jüdischen Staat.“ (Benny Avni: „Germany’s shameless power play against Israel“)

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