Israel gab vor Kurzem bekannt, im Gazastreifen Dokumente gefunden zu haben, die eine direkte Verbindung zwischen der Hamas und dem früheren syrischen Regime belegen.
Zu den beschlagnahmten Dokumenten gehört ein Briefwechsel zwischen hochrangigen Hamas-Führern, darunter die ehemaligen Chefs Yahya al-Sinwar und Ismail Haniyeh, sowie dem ehemaligen Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah und Mohammad Saeed Izadi, dem Kommandeur des »Palästina-Korps«, das der Quds-Truppe der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) des Irans angehört.
Laut der israelischen Zeitung Jerusalem Post schrieb Sinwar in einem der vom israelischen Militär gefundenen Briefe, Syrien stelle »eine unverzichtbare Basis für Zuflucht, Aufbau und Expansion« seiner Organisation dar. Sinwar betonte die Notwendigkeit, dass Baschar al-Assad an der Macht bleiben müsse, da dies der Hamas ermöglichen würde, »sich am Widerstandsprojekt in der Jerusalem-Achse«, das heißt an der iranischen Achse, zu beteiligen.
Die Dokumente enthielten auch das Protokoll eines Treffens zwischen Mohammad Saeed Izadi, dem Kommandeur des Palästina-Korps, und Vertretern der Hamas und der Hisbollah, bei dem sie Mechanismen zur Wiederherstellung der Beziehungen zwischen den Terrororganisationen und dem syrischen Regime sowie Möglichkeiten zur Begrenzung der öffentlichen Gegenreaktion auf eine solche Zusammenarbeit diskutierten.
Sunnitische Kritik
Den Dokumenten zufolge wurden auch Vorkehrungen für ein Treffen zwischen dem ehemaligen Präsidenten Baschar al-Assad und mehreren palästinensischen Fraktionen getroffen, um die Aufmerksamkeit von der Hamas abzulenken. Haniyeh nutzte dieses Treffen, um die Freilassung palästinensischer Gefangener in syrischen Gefängnissen zu fordern, da ein solcher Schritt »dazu beitragen würde, die Wut der Bevölkerung« über die Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen den beiden Seiten zu besänftigen.
Die Hamas war nach 2011 bei Assad in Ungnade gefallen, da sie die Proteste der oppositionellen Muslimbruderschaft gegen das syrische Regime unterstützt hatte, die von Damaskus mit brutaler Gewalt niedergeschlagen wurden. Im Zuge dessen musste die Hamas ihr Auslandsbüro in Syrien schließen und verließ Damaskus in Richtung der katarischen Hauptstadt Doha.
In einem weiteren Brief, auf den die israelische Armee stieß, griff ein der Hamas-Führung nahestehender Scheich die arabische Kritik an der Terrorgruppe wegen ihrer erneuten Annäherung an das ehemalige syrische Regime auf. Der Scheich, dessen Name von der israelischen Armee nicht bekannt gegeben wurde, schrieb, dass von der sunnitischen Hamas erwartet werde, sich gegen Einfluss des schiitischen Iran im Irak, gegen Baschar al-Assad und sein Regime in Syrien sowie gegen die ebenfalls der schiitischen Achse angehörenden Huthi im Jemen zu stellen.
Der Scheich fügte hinzu, dass der Aufbau freundschaftlicher Beziehungen oder der Zusammenarbeit mit diesen Akteuren »verboten« sei und bezeichnete einen solchen Schritt als »strategischen Rückzug«, der, sollte er fortgesetzt werden, zum »Zusammenbruch der Hamas« führen könnte.






