USA warnt Türkei vor Militäroffensive in syrischen Kurdengebieten

„US-Außenminister Mike Pompeo sprach eine Warnung in Richtung Ankara aus, als er sagte, dass eine türkische Militäraktion ‚möglicherweise verheerende‘ Folgen haben würde, kurz nachdem der türkische Außenminister Mevlüt Çavusoğlu –beim NATO-Gipfel zum 70. Gründungstag in Washington – die Amerikaner wegen deren mangelnder Strategie kritisiert hatte. Das Außenministerium erklärte, Pompeo habe ‚Unterstützung für die laufenden Verhandlungen im Nordosten Syriens geäußert‘, wo kurdische Gruppen, die von den USA unterstützt werden, etwa 27% des Landes kontrollieren.

Pompeos Warnung machte die Meinungsverschiedenheiten deutlich, die zum einen durch die Türkei angefacht wurden, indem sie die kurdische Miliz YPG – die führende Fraktion der von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), die den Islamischen Staat aus der Region vertrieben – als ‚Terroristen‘ bezeichnete; und zum anderen durch die im Dezember getroffene Entscheidung von Donald Trump, alle 2.000 US-Soldaten aus Syrien abzuziehen. Das Pentagon weichte Trumps Befehl zwar auf, konnte den Zeitrahmen ausdehnen und einen Truppenverbleib von bis zu 1.000 Soldaten in Syrien durchsetzen. Die Ungewissheit hat jedoch sowohl die türkische Besorgnis als auch die Bereitschaft von Präsident Recep Tayyip Erdoğan bestärkt, seinen Einfluss auf den Norden Syriens auszuweiten.

Erdoğan hat an der türkisch-syrischen Grenze, über die kurdischen Kantone Kobani und Cezire hinweg, eine 32 km breite ‚Sicherheitszone‘ gefordert. Er erklärte, dass die Türkei sowohl westlich des Euphrats, einschließlich der Stadt Manbij, als auch östlich des Flusses eine Militäraktion durchführen könnte. Die Türkei intervenierte im August 2016 mit syrischen Rebellen im Nordwesten Syriens. Anfang 2018 eroberte sie in einer gemeinsam Offensive einen Großteil des Kantons Afrin, einschließlich aller von Kurden kontrollierten Städte.“ (Scott Lucas: „Syria Daily: Turkey & US Spar Over Fate of North“)

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