US-Sanktionen treffen deutsches Irangeschäft

US-Sanktionen treffen deutsches Irangeschäft„Das harte Vorgehen der Vereinigten Staaten gegenüber Iran belastet die deutsche Wirtschaft zunehmend. Von 120 deutschen Unternehmen, die in Iran aktiv gewesen seien, seien nur noch 60 im Land, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treer. Der deutsch-iranische Handel ist eingebrochen. Im ersten Quartal seien die deutschen Exporte in das Land im Vorjahresvergleich um 50 Prozent gesunken, die iranischen Ausfuhren nach Deutschland um fast 42 Prozent. ‚Die wirtschaftliche Situation ist delikat und alles andere als ermutigend für die deutschen Unternehmen‘, sagte Treier. ‚Die US-Sanktionen wirken auf die Wirtschaftsbeziehungen wie ein Vollembargo, weil der Finanzsektor betroffen ist.‘ Seit dem Ausstieg Amerikas aus dem Atomabkommen im vergangenen Jahr und besonders seit der Verhängung neuer amerikanischer Sanktionen vor allem gegen den Finanz- und Energiesektor steckt Iran in einer akuten Wirtschaftskrise. Die Amerikaner hatten den Druck auf die iranische Führung zuletzt noch einmal massiv erhöht, unter anderem mit militärischen Drohungen.

Die Exporte Deutschlands in die Islamische Republik gingen von Januar bis März auf nur noch rund 339 Millionen Euro zurück. Im Jahr 2018 waren laut DIHK die wichtigsten Warengruppen der deutschen Lieferungen in Iran Maschinen, Apparate und mechanische Geräte, gefolgt von pharmazeutischen und elektrotechnischen Erzeugnissen. Danach kamen Produkte der Optischen Industrie sowie Kraftfahrzeuge. (…) Treier sagte, die Deutsch-Iranische Industrie- und Handelskammer (AHK) rechne in diesem Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Iran von fünf Prozent, im nächsten Jahr von zehn Prozent. ‚Das ist desillusionierend.‘“ (Bericht in der FAZ: „Iran-Geschäft der Deutschen bricht ein“)

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