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US-Gruppe zur Antisemitismusbekämpfung fordert Maßnahmen wegen Hafez-Artikel

Farid Hafez' Relativierung des NS-Novemberporgroms erschien in einer Publikation der Georgetown-Universität
Hafez' NS-Relativierung erschien in einer Publikation der Georgetown-Universität (Quelle: GU / CC BY-SA 4.0, Trollma /CC BY 3.0)

Das Combat Anti-Semitism Movement fordert wegen Hafez‘ Relativierung des Novemberpogroms Konsequenzen von der Georgetown-Universität.

Das Combat Anti-Semitism Movement (CAM), eine Organisation zur Bekämpfung des Antisemitismus, fordert die Georgetown-Universität auf, wegen eines Artikels in der Publikation eines ihrer Programme konkrete Maßnahmen zu ergreifen.

Der Artikel, den der österreichische Politologe Farid Hafez für die Bridge Initiative – einem mehrjährigen Forschungsprojekt über Islamophobie an der Georgetown University – verfasst hat, „instrumentalisierte und verharmloste die Erinnerung an das Kristallnacht-Pogrom, um die Maßnahmen der österreichischen Regierung gegen den radikalen Islamismus zu kritisieren“, schrieb die Gruppe in einer Erklärung.

In seinem Text kritisierte Hafez die jüngste Vernehmung Dutzender Personen, die als islamistische Aktivisten verdächtigt werden, durch die österreichischen Behörden. Dies, so Hafez, erinnere ihn an die Behandlung der uigurischen Muslime durch China. Er behauptete auch, dass das Vorgehen der österreichischen Regierung „die Glaubwürdigkeit ihrer Kristallnacht-Gedenkfeiern untergräbt“, und wies darauf hin, dass die Verhaftungen am Jahrestag des berüchtigten NS-Pogroms erfolgten.

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Offizielle in Österreich haben auf den Artikel von Hafez reagiert, der sogar von zwei Ministern der Bundesregierung, Susanne Raab und Karl Nehammer, verurteilt wurde. Raab bezeichnete Hafez‘ Verweis auf den Novemberpogrom als „ungeheuerlichen Vergleich“, während Nehammer ihn als „völlig geschmacklos“ bezeichnete. Der österreichische Soziologe und islamische Theologe Mouhanad Khorchide kritisierte, dass Hafez „den Beginn der Ermordung von Millionen Juden mit einer Razzia gleichsetzt.“

Auch die Universität Salzburg, an der Hafez derzeit lehrt und forscht, hat sich öffentlich von seinem Artikel distanziert. Ihr Rektor, Hendrik Lehnert, wies darauf hin, dass Disziplinarverfahren geprüft würden. Der Leiter der politikwissenschaftlichen Abteilung, Professor Reinhard Heinisch, sagte, er habe „absolut kein Verständnis dafür, die Vorgehensweise in einem demokratischen Rechtsstaat wie Österreich mit den Vorgängen in der NS-Zeit zu vergleichen“.

Das Combat Anti-Semitism Movement hielt fest, dass es im Gegensatz dazu an der Georgetown-Universität noch keine öffentliche Verurteilung oder auch nur Kenntnisnahme der in Hafez‘ Artikel vorgenommenen Verharmlosung des Novemberpogroms gegeben habe. CAM fordert die Universität nachdrücklich auf, sich öffentlich von dem Artikel zu distanzieren, Hafez zu tadeln und die Publikationsverfahren der Bridge-Initiative einer gründliche Überprüfung zu unterziehen.

„Es kann keine Entschuldigung dafür geben, die Erinnerung an den Holocaust zu missbrauchen, um einen politischen Standpunkt zu vertreten“, sagte Sacha Roytman-Dratwa, Direktor Combat Anti-Semitism Movement. „Der Artikel von Farid Hafez relativiert die beispiellose Verfolgung der Juden durch die Nazis und verharmlomst die Erinnerung an all jene, die gelitten haben. Damit untergräbt er auch den aktuellen Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Hass.“

(Der Artikel „Anti-Semitism watchdog urges Georgetown to act over article insulting Kristallnacht“ ist zuerst beim Jewish News Syndicate erschienen. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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