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Ungesühnte Journalistenmorde: Syrien und Irak unter Spitzenreitern

Das Komitees zum Schutz von Journalisten veröffentlichte kürzlich seinen Globalen Straflosigkeitsindex
Das CPJ veröffentlichte kürzlich seinen Globalen Straflosigkeitsindex (Quelle: Human Rights Careers)

Der Globale Straflosigkeitsindex des Komitees zum Schutz von Journalisten veröffentlichte gestern seine jüngste Statistik jener Länder, in denen Attentate an Medienvertretern nicht geahndet werden.

Sowohl Syrien als auch der Irak zählen weiterhin zu jenen weltweit fünf Ländern, in denen der Mord an Journalisten ungestraft bleibt. Dies geht aus dem jüngsten Index hervor, den das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) am Dienstag in New York veröffentlichte. 

Syrien steht seit Jahren auf dem zweiten und der Irak auf dem dritten Platz des vom CPJ herausgegebenen »Index für globale Straflosigkeit«, in dem jene Staaten gelistet sind, in denen Journalistenmörder nicht bestraft werden. Im aktuellen CPJ-Index ändert sich der syrische Status nicht, während sich die Situation im Irak leicht gebessert hat, sodass das Land im Ranking etwas zurückfällt und nun auf dem fünften Platz liegt. 

»In den zehn Jahren, seitdem die Vereinten Nationen einen Aktionsplan für die Sicherheit von Journalisten und gegen das Problem der Straflosigkeit ins Leben gerufen haben, wurde in fast achtzig Prozent der 263 Fälle, in denen Journalisten weltweit aufgrund ihrer Arbeit ermordet wurden, niemand vor Gericht gestellt«, heißt es in einer Pressemitteilung des CPJ vom Dienstag. »Der jährlich erstellte Index ist eine eindrucksvolle Erinnerung an die dringende Notwendigkeit von Interventionen zugunsten von Journalisten weltweit. Das CPJ, das schon früh an dem UN-Plan mitgearbeitet hat, erneuert seine Aufforderung an die Regierungen, der Sicherheit von Journalisten Priorität einzuräumen.«

Somalia führt seit mittlerweile acht Jahren den Index als das Land mit den meisten ungesühnten Journalistenmorden an, gefolgt von Syrien, dem Südsudan, Afghanistan und dem Irak. Syrien, in dem seit mehr als einem Jahrzehnt Bürgerkrieg herrscht, gilt nicht nur für Journalisten, sondern auch für Aktivisten als gefährlich, und zwar nicht nur in den vom Regime gehaltenen, sondern auch in jenen von Rebellen kontrollierten Gebieten im Nordwesten des Landes. 

»Wir haben einen dramatischen Anstieg missbräuchlicher Taktiken beobachtet, die eingesetzt werden, um Journalisten zum Schweigen zu bringen, von Spionagetechnologien bis hin zu fadenscheinigen rechtlichen Anklagen«, sagte CPJ-Präsidentin Jodie Ginsberg bei der Präsentation. »Zusätzlich zu diesen zunehmenden Drohungen werden Journalisten als Vergeltung für ihre Arbeit nahezu ungestraft ermordet. Dieser Mangel an Gerechtigkeit gibt den Tätern die Möglichkeit, die Presse weiterhin zum Schweigen zu bringen.«

Seit dem Ausbruch der irakischen Protestbewegung im Oktober 2019 in den zentralen und südlichen Provinzen des Landes wurden zahlreiche Journalisten angegriffen, festgenommen, entführt und erschossen. Vor allem die mit dem Iran verbündeten schiitischen Milizen werden beschuldigt, Journalisten bedroht und getötet zu haben. 

Laut dem am Dienstag veröffentlichten Index wurden in den letzten fünfzehn Jahren insgesamt siebzehn ungeklärte Journalistenmorde im Irak und in den letzten neun Jahren sechzehn ungeklärte Morde in Syrien verzeichnet.

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