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UN-Atombehörde zweifelt an friedlichem Charakter des iranischen Atomprogramms

Die IAEO ist zunehmend besorgt, da der Bestand an angereichertem Uran im Iran nun für den Bau einer Atombombe ausreicht.

Die UN-Atomaufsichtsbehörde erklärte am Mittwoch, sie könne den friedlichen Charakter des iranischen Atomprogramms nicht garantieren. In ihrem Bericht erklärte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO), sie sei »nicht in der Lage zu versichern, dass das iranische Atomprogramm ausschließlich friedlich ist« und fügte hinzu, es habe »keine Fortschritte« bei der Klärung der ausstehenden Fragen über Spuren von Nuklearmaterial an den nicht deklarierten Standorten gegeben.

Ein hochrangiger Diplomat sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die vom Uran angehäufte Uranmenge reiche – bei weiterer Anreicherung – zum Bau einer Atombombe aus. So reichere der Iran weiterhin Uran weit über die im Atomdeal von 2015 festgelegten Grenzen hinaus an, wobei seine Bestände inzwischen das 19-fache der in der Vereinbarung festgelegten Grenze betragen. Der Bestand an auf 60 Prozent angereichertem Uran ist von 43,1 Kilogramm auf 55,6 Kilogramm gestiegen, so die IAEO. Dieser Anreicherungsgrad ist technisch nahe an der 90-Prozent-Schwelle, die für den Einsatz in einer Waffe erforderlich ist.

Der Iran könne jetzt 25 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 90 Prozent produzieren, wenn er dies will, sagte der anonym bleibende IAEO-Diplomat. Dies könne innerhalb von drei bis vier Wochen geschehen, wenn Teheran sich dazu entschließe. Der Bau eines Sprengkopfs, der auf eine Rakete montiert werden kann, würde länger dauern, wobei der Diplomat von einem Zeitraum von etwa zwei Jahren ausging.

In dem IAEO-Bericht heißt es, Generaldirektor Rafael Grossi sei »zunehmend besorgt« darüber, dass der Iran in diesem Berichtszeitraum keine Gespräche über die noch offenen Fragen der Sicherheitsüberwachung geführt hat und daher keine Fortschritte bei der Lösung dieser Fragen zu verzeichnen sind. Die IAEO drängt den Iran zu Antworten über das Vorhandensein von Kernmaterial an drei nicht deklarierten Standorten.

Teheran, das behauptet, sein Atomprogramm sei ausschließlich friedlich, besteht darauf, dass die IAEO-Untersuchung abgebrochen wird, damit das 2015 mit den Weltmächten geschlossene Abkommen über sein Atomprogramm wiederbelebt werden könne. Dem IAEO-Bericht zufolge belief sich der Gesamtbestand des Irans am 21. August auf schätzungsweise 3.940 Kilogramm Uran, was eine Steigerung von 131,6 Kilogramm gegenüber dem vorangegangenen Quartalsbericht bedeutet.

Die in Wien ansässige UN-Atombehörde erklärte jedoch, sie sei nicht in der Lage, den genauen Umfang der iranischen Vorräte an angereichertem Uran zu überprüfen, da Teheran den UN-Inspektoren im vergangenen Jahr Beschränkungen auferlegt habe und die Überwachungsgeräte der Behörde im Juni an Standorten im Iran entfernt worden seien. Sollte das Atomabkommen erneuert werden, so der IAEO-Bericht, würde die fehlende Überwachung und Kontrolle seit der Entfernung der IAEO-Kameras im Juni »Abhilfemaßnahmen« erfordern, um die iranischen Aktivitäten in diesem Zeitraum lückenlos rekonstruieren zu können.

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