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Warum sollte in der Ukraine nicht klappen, was schon in Syrien funktioniert hat?

Jahrelang von Russland als »islamistische Terroristen« diffamiert: Helfer der White Helmets in Syrien. (© <a href="http://www.imago-images.de">imago images</a>/ZUMA Wire)
Jahrelang von Russland als »islamistische Terroristen« diffamiert: Helfer der White Helmets in Syrien. (© <a href="http://www.imago-images.de">imago images</a>/ZUMA Wire)

Schon in Syrien hat Russland absurde Lügen in die Welt gesetzt, um seinen Krieg zu legitimieren – und genug Leute gefunden, die diesen Müll geglaubt haben.

Die Ukraine wartet also ein paar Jahre ab, bis rund 150.000 russische Soldaten an der Grenze zusammengezogen sind, bittet dann Washington, irgendetwas von einer False-Flag-Aktion zu erzählen, um dann ausgerechnet am Tag vor einem großen Manöver an ihrer Grenze loszuschlagen?

Das in etwa soll man also glauben. Es klingt ungefähr so überzeugend wie die Geschichte von den syrischen Rebellen, die 2013 Giftgas eingesetzt hätten, um dieses Verbrechen dann Assad in die Schuhe zu schieben.

Aber es war nicht so, dass diese Mär damals nicht auf offene Ohren gestoßen wäre. Man denke nur an die darauffolgende jahrelange Hetzkampagne gegen die syrische Hilfsorganisation White Helmets. Es haben sich ja genug Menschen gefunden, die diesen Müll geglaubt und verbreitet haben – so wie die absurden Behauptungen, die russische Luftwaffe habe ja nur Stellungen des Islamischen Staates angegriffen, wenn sie in Gegenden von Syrien, in denen der IS gar nicht vertreten war, systematisch Krankenhäuser und Kindergärten ausradierte.

Moskau (und seine Verbündeten) sind jahrelang mit solchen Geschichten durchgekommen, warum also sollten sie glauben, dass es diesmal nicht funktioniert? Nicht zufälligerweise sind es ja genau dieselben Leute, die im Syrienkrieg die russischen Propagandalügen verbreitet haben, die heute voll des Lobes für die politische und diplomatische Weisheit Putins sind und deshalb jegliche Bedrohung durch Russland in Abrede stellen.

Doch Respekt, wem Respekt gebührt: Wenn das, was wir in diesen Tagen sehen, sich als das Präludium zur Invasion erweisen sollte, ist das an Dreistigkeit kaum mehr zu überbieten. Das dürfte dann vielleicht sogar die unnützen Idioten, die einst die Lügen über die von den Rebellen inszenierten Giftgasangriffe in Syrien wiederkauten, vor ein paar argumentative Probleme stellen.

(Leicht überarbeitete Version eines Beitrags, der zuerst beim Jungle-World-Blog Von Tunis nach Teheran veröffentlicht worden ist.)

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