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Ukraine-Krieg könnte den Iran in Syrien stärken

Irans Außenminister Abdollahian zu Besuch bei Syriens Präsident Assad
Irans Außenminister Abdollahian zu Besuch bei Syriens Präsident Assad (© Imago Images / ZUMA Wire)

Als Folge des unerwartet starken Widerstands der Ukrainer im Krieg gegen Russland wird Wladimir Putin wohl Soldaten aus Syrien abziehen müssen, was zu einer verstärkten militärischen Unterstützung Syriens seitens des Iran führen wird.

Angeblich sollen mehrere zehntausend Syrer für den Einsatz in der Ukraine bereitstehen. Neben Mitgliedern der syrischen Eliteeinheit »Tiger-Force« hätten sich auch viele freiwillig rekrutieren lassen, heißt es. Ob die Nachrichten wirklich stimmen, bleibt derweil eine offene Frage, wie ebenso unklar ist, welchen Nutzen diese Truppen auf dem Schlachtfeld haben würden.

Sollten sie wirklich verlegt werden, würde das die ohnehin schon angeschlagene Armee von Präsident Baschar al-Assad weiter schwächen. Ohne ausländische Hilfe wären seine Truppen schon seit Jahren nicht mehr in der Lage, das Land weitgehend zu kontrollieren.

Umso mehr müsste al-Assad die Entwicklung in der Ukraine sorgen, schließlich hängt sein Überleben auch von den in Syrien stationierten russischen Soldaten ab. Offenbar werden einige von ihnen schon abgezogen, allerdings überlassen sie das Feld dann wohl ihren iranischen Verbündeten:

»Russland reduziert seine Streitkräfte in Syrien, darunter Hunderte von Söldnern der Wagner-Gruppe, um seine Präsenz in der Ukraine zu verstärken«, berichten arabische Medien. Die russischen Soldaten werden durch Iraner und pro-iranische Milizen ersetzt, was zeigt, dass das syrische Regime auf die Islamische Republik Iran angewiesen ist, um die von den russischen Streitkräften hinterlassene Lücke zu füllen.«

Offenbar verfolgen auch die Israelis diese Entwicklung mit Sorge, gibt es doch eine Art Abkommen zwischen Moskau und Jerusalem, dass israelische Kampfjets iranische Stellungen in Syrien bombardieren können, ohne in Konflikt mit der russischen Luftabwehr zu kommen. In den vergangenen Tagen und Wochen hat die israelische Luftwaffe offenbar ihre Angriffe noch intensiviert.

Sollte der russische Rückzug weitergehen und der Iran die geräumten Stützpunkte und Einrichtungen übernehmen, würde dies auch einen schweren Schlag für die neuere Diplomatie vor allem der Vereinigten Arabischen Emirate bedeuten, die seit einiger Zeit ihre Beziehungen zu Syrien normalisieren mit dem Ziel, Assad von seinen iranischen Verbündeten zu entfremden.

Ob dies überhaupt möglich ist und nicht nur Wunschdenken entspricht, sei dahingestellt, die aktuelle Entwicklung im Krieg in der Ukraine jedenfalls könnte dazu führen, dass Russland sich genötigt sieht, sein Engagement in Syrien weiter zu reduzieren. In einer solchen Situation wird Assad ganz sicher eher auf iranische Unterstützung als auf irgendwelche Offerte vom Golf zurückgreifen.

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