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Wie Israels russischsprachige Juden Putins Krieg sehen

Russische Fahne auf der Strandpromenade von Tel Aviv anlässlich des Russland-Tages. Die Reaktionen auf den Ukraine-Krieg sind und russischsprachigen Israelis gespalten. (© imago images/ITAR-TASS)
Russische Fahne auf der Strandpromenade von Tel Aviv anlässlich des Russland-Tages. Die Reaktionen auf den Ukraine-Krieg sind und russischsprachigen Israelis gespalten. (© imago images/ITAR-TASS)

Unter den rund eine Million Juden aus der ehemaligen Sowjetunion in Israel gibt es Befürworter beider Parteien im Ukraine-Krieg.

In den vergangenen 30 Jahren ist rund eine Million Juden aus der ehemaligen Sowjetunion nach Israel eingewandert. Die oft vereinfachend als russischsprachige Juden bezeichneten Einwanderer stellen mit Abstand die größte Minderheit des Landes dar und machen ein Fünftel der jüdischen Israels aus. Rund 600.000 von ihnen kamen aus Russland und der Ukraine, die übrigen aus anderen ehemals sowjetischen Gebieten. Vor allem im städtischen Raum sind sie stark vertreten, so ist etwa fast ein Viertel der Bewohner Haifas sowjetischer Herkunft.

Wie die Times of Israel berichtet, hat die russische Invasion in der Ukraine unter den sogenannten russischsprachigen Juden eine große Bandbreite an Reaktionen hervorgerufen. Ein ursprünglich aus Weißrussland stammender Mann sorgt sich beispielsweise um Familienangehörige seiner Frau, die in der Ukraine leben, kann aber gut nachvollziehen, dass Russland die Ukraine nicht als NATO-Mitglied vor seiner Türschwelle haben möchte. Schuld wolle er keine zuweisen: »In dieser Geschichte gibt es keine guten und bösen Jungs.«

Ein aus Kiew eingewanderter Mann sieht das anders und sagt über Präsident Wladimir Putin, er würde »den Bastard töten«, wenn er könnte. »Aber zuerst würde ich ihm ein Hakenkreuz in die Stirn ritzen«, wie Partisanen es im Zweiten Weltkrieg mit gefangenen Deutschen gemacht haben sollen.

Am Donnerstagabend protestierten in Tel Aviv Hunderte Menschen in Solidarität mit der Ukraine vor der russischen Botschaft gegen den Krieg, doch gibt es durchaus auch Stimmen unter Israels russischsprachigen Juden, die für Putin Partei ergreifen. Eine der bekannteren unter ihnen ist die eines Komödianten und israelischen YouTube-Stars, der Russland mit Israel vergleicht: »Israel schlägt in Syrien unter Missachtung des Völkerrechts jedes Mal zu, wenn ein fremdes Land dort Waffen einführt, und ich hoffe, dass das so weitergeht. Das ist unser existenzielles Recht. In der Ukraine macht Putin dasselbe.«

Eine von der Krim stammende Frau betrachtet die russische Invasion als Antwort auf angebliche ukrainische Terroranschläge in den von prorussischen Separatisten gehaltenen Gebieten in der Ostukraine. Endlich führe Russland Krieg, wenn auch »acht Jahre zu spät«.

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