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Tunesien: die unvollkommene Drehscheibe für LGBT-Rechte

Aktivistin Amina Sbou, Demo in Tunis 2018
Aktivistin Amina Sbou, Demo in Tunis 2018 (© imago images / ZUMA Press)

Tunesien wurde zum Zentrum von Aktivisten für LGBT-Rechte in Nordafrika und der arabischen Welt. Doch Homosexuelle werden immer noch verfolgt. 

Taylor Luck, The Christian Science Monitor

Ein offen schwuler Mann, der für das Präsidentenamt kandidiert. Ein jährliches „We Exist“ Queer-Filmfestival. LGBTQ-freundliche Zertifizierung für Restaurants und Bars. Menschenrechtsorganisationen, die bei Politikern intervenieren und sich in Medien engagieren. Wir reden nicht von den USA. Sondern von Tunesien. 

Weniger als ein Jahrzehnt, nachdem die Volksrevolution Tunesien von einer verschlossenen Diktatur in einen Dreh- und Angelpunkt für Demokratie und politisches Engagement verwandelt hat, entwickelt sich das Land zu einem Zentrum für LGBTQ-Rechte-Aktivismus in Nordafrika und der arabischen Welt.

So bemerkenswert es auch ist, den öffentlichen LGBTQ-Aktivismus in dieser gesellschaftlich konservativen Region zu sehen — die obskure Rechtslage und die Polizei-Taktik des Landes verhindern, dass es zu einem echten Zufluchtsort wird. Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind in Tunesien nach wie vor illegal, und die Mitglieder der LGBTQ-Community, die die hart erkämpfte Vereinigungs-, Rede- und Versammlungsfreiheit in Anspruch nehmen, um diese Gesetze abzuschaffen, laufen weiterhin Gefahr, festgenommen zu werden.

Angesichts der modernen, liberalen Verfassung Tunesiens, die im Widerspruch zu den konservativen sozialen Normen und jahrhundertealten Gesetzen steht, setzen die LGBTQ-Aktivisten des Landes auf eine zentrale Strategie: energischen Aktivismus. „Diese LGBT-Vereinigungen haben sich in Tunesien einen Raum für Aktionen, Sensibilisierung und Anwaltschaft erarbeitet, was sehr wichtig ist“, sagt die Tunesierin, Amna Guellali, Senior bei Human Rights Watch. „Sie haben einen lebendigen Raum für die Diskussion dieser Themen geschaffen, um die Existenz der LGBT-Community im Land [zu] normalisieren.“ (…)

Paradoxerweise nehmen mit dem zunehmenden Bewusstsein der LGBTQ-Zivilgesellschaft und der Öffentlichkeit auch die Verhaftungen zu. Im Jahr 2018 haben tunesische Gerichte insgesamt 128 Verurteilungen wegen gleichgeschlechtlicher Beziehungen verhängt, eine Steigerung von 60% gegenüber dem Vorjahr und das Doppelte des Durchschnitts der Ben Ali-Ära (…).

Tunisia as a hub for LGBTQ rights? Democracy is making it happen

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