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Türkische Soldaten sollen kurdische Bauern aus Hubschrauber geworfen haben

Türkische Soldaten sollen kurdische Bauern aus einem fliegenden Helikopter geworfen haben
Türkische Soldaten sollen kurdische Bauern aus einem fliegenden Helikopter geworfen haben (© Imago Images / ITAR-TASS)

Türkische Staatsanwälte untersuchen jetzt Behauptungen, dass zwei kurdische Bauern am 11. September in der südöstlichen Provinz Van brutal geschlagen und aus einem Militärhubschrauber geworfen worden seien.

Amberin Zaman, Al-Monitor

Der Fall erinnert an die Gräueltaten, die den Einheimischen auf dem Höhepunkt des verbotenen Aufstands der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) in den 1990er Jahren zugefügt wurden.

Die Regierung dementiert die Anschuldigungen und ermittelt stattdessen gegen die beiden kurdischen Männer wegen „Unterstützung und Hilfe einer terroristischen Organisation“. Seit der Waffenstillstand zwischen der PKK und der Türkei im Juli 2015 zusammenbrach, wurde diese Anschuldigung gegen Tausende kurdische Politiker, Aktivisten, Journalisten und andere Personen erhoben, die verfolgt und ins Gefängnis gesteckt wurden, oft aufgrund fadenscheiniger Beweise.

Der Vorfall in Van ereignete sich im Anschluss an eine Militäroperation gegen PKK-Ziele in der Nähe von Surik, einem Weiler in der Gemeinde Catak, wo beide Männer als Landwirte ihren Lebensunterhalt verdienen. Bei dem Zusammenstoß kamen drei türkische Soldaten und drei PKK-Kämpfer ums Leben.

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Augenzeugen in Surik berichteten, dass am selben Tag um 14.00 Uhr ein Militärhubschrauber in der Nähe ihres Weilers landete, und die Soldaten sie zwangen, auf die Knie zu gehen und sich auszuweisen. Dabei wählten sei zwei der Dorfbewohner aus und begannen, sie zu schlagen, während sie riefen: „Wir leiden, und an wem sollen wir das auslassen, wenn nicht an Euch? Wir werden euer Dorf niederbrennen.“

Nach den von Hamit Kocak, einem der Anwälte, der die Familien der Opfer vertritt, an Al-Monitor übermittelten Zeugenaussagen kamen die Soldaten am späten Nachmittag zurück und zerrten Turgut, einen der beiden, am Genick vom nahe gelegenen Feld, auf dem er Heuballen gemacht hatte. Sie fragten nach Siban, dem zweiten Opfer, der in seinem Haus war und Tee trank. Die beiden wurden in einen Hubschrauber verfrachtet und weggeflogen. Als die Dorfbewohner versuchten, ihnen zu folgen, richteten die Soldaten Gewehre auf sie und drohten, sie zu töten. Kocak glaubt, dass das die beiden wahrscheinlich asugewählt wurden, weil örtliche Informanten sie denunziert hatten. … Turgut liegt lebensgefährlich verletzt im Koma, Siban leidet unter Schwindelanfällen und Gedächtnisverlust.

(Aus dem Artikel „Turkish army accused of throwing Kurdish farmers from helicopter“, der bei Al-Monitor erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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