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Türkische Lira fällt nach ergebnislosem Treffen zwischen Erdogan und Biden

Das Treffen Erdogan-Biden auf dem NATO-Gipfel in Brüssel endete ergebnislos
Das Treffen Erdogan-Biden auf dem NATO-Gipfel in Brüssel endete ergebnislos (© Imago Images / Xinhua)

Der Absturz der türkischen Währung erfolgte, nachdem sich die Hoffnungen auf einen Kompromiss bezüglich der von Ankara gekauften russischen S-400-Raketen nicht erfüllt hatten.

Diego Cupolo, Al-Monitor

Die türkische Lira fiel am Dienstag um 1,5%, nachdem ein mit Spannung erwartetes Treffen zwischen US-Präsident Joe Biden und seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan am Montag ohne klare Fortschritte bei den bilateralen Spannungen geendet hatte.

Die beiden Staatsoberhäupter trafen sich zum ersten Mal seit Bidens Amtsantritt am Rande des NATO-Gipfels in Brüssel. Während beide nach dem Gespräch zwar positive Aussagen machten, reagierten die Märkte negativ darauf, dass bei dem Gespräch kein Kompromiss über Ankaras 2019 erfolgte Anschaffung von S-400-Raketen aus russischer Produktion erzielt werden konnte, und diese Raketen weiterhin ein Hauptstreitpunkt zwischen den USA und der Türkei bleiben werden.

Die Lira fiel am frühen Dienstag auf einen Stand von 8,58 gegenüber dem Dollar und büßte damit die durch den Optimismus der Investoren im Vorfeld des Treffens entstandenen Gewinne wieder ein. Die Talfahrt begann kurz nachdem Erdogan am Montagabend gegenüber Reportern bekräftigte, dass die Türkei an den russischen S-400-Raketen festhalten werde. (…)

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In der Vergangenheit haben US- und NATO-Beamte erklärt, die Raketen würden eine Sicherheitsbedrohung für die NATO-Verteidigungssysteme in der Türkei darstellen. Auch die Biden-Administration hat klargemacht, dass Ankara die S-400 nicht auf türkischem Territorium stationieren dürfe, wenn es eine Normalisierung der Beziehungen und die Aufhebung der in Folge des Kaufs verhängten US-Sanktionen erreichen wolle. Kurz nach dem Raketenkauf wurde die Türkei auch aus dem F-35-Kampfjetprogramm der NATO ausgeschlossen.

Die Hoffnungen auf einen Kompromiss begannen Anfang Februar Gestalt anzunehmen, als der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar sagte, die Türkei arbeite an einer Lösung ähnlich dem „Kreta-Modell“, im Zuge derer die S-400 außerhalb der türkischen Grenzen stationiert würden.

In jüngster Zeit kursierten auch Gerüchte über die Möglichkeit, die S-400 auf den Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der Südtürkei zu verlegen, wo sie von US-Militärpersonal überwacht werden könnten. Diese Entwicklung gewann Ende Mai an Dynamik, nachdem Ankara erklärt hatte, es würde russische Raketenexperten nach Hause schicken, die die S-400 überwachen.

Doch endete das Treffen zwischen Biden und Erdogan am Montag ohne detaillierte Erklärungen oder eine Verlautbarung des Weißen Hauses zu den besprochenen Themen. Beobachter warten nun darauf, welche Schritte die verbündeten Nationen als nächstes unternehmen werden, um ihre Streitigkeiten zu beseitigen.

(Aus dem Artikel Turkish lira dives after inconclusive Erdogan-Biden meeting, der bei Al-Monitor erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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