Er bete zu Allah, dass dieser ihm eines Tages das Amt des Gouverneurs von Jerusalem gewähre, sagte der türkische Innenminister Mustafa Ciftci in einer Rede.
Israel sei einst eine Provinz des Osmanischen Reiches gewesen und werde wieder Teil der Türkei werden, sagte der türkische Innenminister Mustafa Ciftci in seiner Rede auf der Sitzung des Provinzbeirats der regierenden AKP in Çorum am 6. Juni. »Genau wie in der Vergangenheit werden diese Länder wieder uns gehören. So Gott will, werden sie wieder unter unsere Souveränität und Herrschaft fallen. Denn wir haben einen globalen Führer wie Recep Tayyip Erdoğan an der Spitze. Einen Weltführer.«
Ciftci, der in der Vergangenheit als Gouverneur der türkischen Städte Çorum und Erzurum tätig war, äußerte zudem den Wunsch, selbst über Jerusalem zu herrschen. »Als ich Gouverneur war, richtete ich ein Gebet an den Allmächtigen: ›Oh Herr, gewähre mir eines Tages das Gouverneursamt von Jerusalem.‹«
Ciftcis Äußerungen lösten eine scharfe Reaktion von Israels Verteidigungsminister aus. »Dem türkischen Innenminister, der droht und davon träumt, über Jerusalem zu herrschen, sage ich Folgendes: Jerusalem ist nicht Konstantinopel. Und der Staat Israel ist nicht das zerfallende Kreuzfahrerreich, sondern eine starke und entschlossene Nation, die ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt hat, sich gegen jede Bedrohung zu verteidigen«, schrieb Israel Katz am Sonntag auf X.
»Jerusalem ist seit 3.000 Jahren die Hauptstadt des jüdischen Volkes und wird für immer die Hauptstadt Israels bleiben, während das Osmanische Reich, von dem Sie und Erdoğan träumen, zusammengebrochen ist und niemals zurückkehren wird. Es ist eine Schande, dass Sie nichts aus dem Erbe Atatürks gelernt haben, der daran arbeitete, die Türkei in einen modernen Staat zu verwandeln. Sie hingegen arbeiten daran, die Türkei in eine Ära der Dunkelheit und Rückständigkeit zurückzuversetzen“, schloss der Verteidigungsminister.
Antisemitismus und Vernichtungsdrohungen
Die türkisch-israelischen Beziehungen verschlechterten sich nach dem Vorfall rund um die Mavi Marmara im Jahr 2010, als das türkische Schiff als Teil einer Flottille von sechs Schiffen versuchte, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Nach einer kurzen Phase der Entspannung, in der der israelische Präsident Isaac Herzog die Türkei besuchte, kollabierten die Beziehungen im Zuge der von der Hamas angeführten Invasion des südlichen Israels am 7. Oktober 2023 und des darauffolgenden Gaza-Kriegs erneut.
Die Rhetorik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gegenüber dem jüdischen Staat ist zunehmend feindseliger und antisemitischer geworden. Zuletzt verurteilte er Israels »Piraterie und Banditentum«, als es eine weitere Flottille auf dem Weg nach Gaza stoppte. Am 14. Mai sagte er, Israel trete »die gemeinsamen Werte der Menschheit mit Füßen«. Am 30. März 2025 erklärte er während eines Gebetsgottesdienstes zum Ende des Ramadans: »Möge Allah, um seines Namens ›Al-Qahhar‹ willen, das zionistische Israel zerstören und verwüsten.« »Al-Qahhar« ist einer der Namen Gottes im Islam und wird im Arabischen oft mit Eroberer, Bezwinger oder Unterwerfer übersetzt.






