Türkei: Viele feiern den Brand in der Kathedrale von Notre Dame

Von Uzay Bulut

Quelle: LeLaisserPasserA38, CC BY-SA 4.0, WikiCommons

Die französischen Behörden haben Brandstiftung als Ursache für den verheerenden Brand in der Kathedrale Notre Dame in Paris am 15. April rasch ausgeschlossen. Was auch immer die abschließende Untersuchung ergeben mag, viele extremistische Muslime in der Türkei feierten ebenso rasch das Feuer, das große Teile des historischen Gebäudes zerstört hat.

Die offizielle Facebook-Seite der regierungsfreundlichen Tageszeitung Sabah zum Beispiel ist voller Lob für die Zerstörung des Doms. Unter den Leserkommentaren finden sich Aussagen wie:

  • „Während sie brannte, betete ich zu Gott und sagte: ‚Lass sie noch stärker brennen, oh Gott, verfluche und ruiniere sie.‘ Du fragst dich, warum? Man freut sich über die Verbrennung des kolonialistischen, brutalen Frankreichs, das das Blut von etwa 1,5 Millionen Muslimen und dann 1 Million weiteren Muslimen vergossen hat, das sie enthauptet und ihre Köpfe in Museen ausgestellt hat und das der Türkei fälschlicherweise vorwirft, Armenier massakriert zu haben… Was kann man man über Frankreich überhaupt sagen, das unseren Propheten verspottet und die Verse im Koran ändern will?“
  • „Wenn du meine Moscheen, mein heiliges Buch, meinen Propheten nicht respektierst, dann erlebst du deine Strafe auf eine schlimmere Weise. Ich bin überhaupt nicht traurig.“
  • „Sie haben die Denkmäler im Nahen Osten zerstört, die uns gehörten. Vielleicht wird das eine Lektion für sie sein.“
  • „Warum sollte ich traurig sein? Sie haben Bagdad zerstört; so viele Moscheen und Madrassahs [islamische Schulen] sind weg. Lasst sie [die Christen] in einer noch schlimmeren Situation sein. Ich hoffe, dass so schöne Nachrichten aus dem Vatikan kommen, so Gott will, so schnell wie möglich.“
  • „Wen kümmert’s? So viele Muslime wurden in Neuseeland getötet und werden immer noch getötet. Es ist nur ein Gebäude. Sie können es wieder aufbauen. Oder vielleicht haben sie es selbst niedergebrannt. Vielleicht wollten sie es renovieren, konnten aber keine Genehmigung dafür bekommen, also haben sie es niedergebrannt.“

Andere forderten die Zerstörung weiterer nicht-muslimischer Denkmäler und Nationen:

  • „Das ist so ein schöner Anblick. Mögen andere Orte mit Ikonen das gleiche Schicksal erleiden.“
  • „Schickt mir die Asche. Ich werde Bohnen pflanzen. Ich kann die Asche [unter den Pflanzen als Dünger] verteilen.“
  • „Lass uns ein paar Holzscheite holen. Die Kathedrale ist noch nicht vollständig zu Asche verbrannt. Lasst uns [dem Feuer] nachhelfen…“
  • „Möge ganz Frankreich niederbrennen. Sie sind Feinde des Islam, Feinde der Menschheit.“
  • „Möge [die Kathedrale] zu Asche werden. Dann möge ein Sturm ausbrechen und selbst die Asche verschwinden lassen, so Gott will.“

Manche beschrieben das Feuer als Strafe für „Verbrechen“, wie die Moscheenangriffe in Neuseeland, die Militäraktionen Frankreichs in muslimischen Ländern, die jüngste Ernennung des 24. April zum „nationalen Gedenktag an den armenischen Völkermord“ durch die französische Regierung und das Manifest 2018 der französischen Intellektuellen, in dem sie dazu aufriefen, gewalttätige Verse des Koran für „obsolet“ zu erklären.

Es gibt bisher überhaupt keine Beweise dafür, dass dieses Feuer das Ergebnis islamischen Extremismus‘ war. Wenn man jedoch versucht, die theologische Grundlage des zugrunde liegenden Hasses zu verstehen, der so oft zu sehen ist, fällt es schwer, sich nicht zu fragen, was extremistische Muslime tun würden, wenn sie genügend Macht hätten. Nach Jahrhunderten dschihadistischen Verhaltens, die in immer noch offen religiös motivierten Angriffen wie Amerikas 11. September, Großbritanniens 7. Juli, Spaniens Zugbombenanschläge, Sri Lankas Bombenanschläge auf Kirchen vom 21. April und so weiter gipfeln, sollen wir wirklich glauben, dass wir es sind, die völkermörderische Motive haben und nicht sie?

Für viele Muslime sind es immer die Kuffar [Nicht-Muslime], die kriminell, mörderisch und korrupt sind. Für sie sind Muslime immer unschuldig. Ihr Verständnis von Geschichte und aktuellen Ereignissen scheint oft völlig selbstbezogen zu sein. Imam Suleiman Hani zum Beispiel, ein Hardliner und islamischer Kleriker aus Michigan, USA, behauptete in seiner Sendung im Jahr 2015 auf Huda-TV, dass die Kuffar [Nicht-Muslime] ihre „Wohnstätte im Höllenfeuer findenwerden… Das ist es, was sie aus ihrem Bösen gewonnen haben.“ Er sagte, „die Ungläubigen, das sind die bösen Menschen… Sie werden geschlagen und zertrümmert, in Staub verwandelt und dann zurückgebracht. Sie werden ein Feuerbett erhalten, voller Dunkelheit.“ Es gibt unzählige ähnliche Beispiele. Solche Ansichten sind leider in der gesamten muslimischen Welt weit verbreitet – und werden immer noch gefördert.

Darüber hinaus gibt es im Koran mehrere Verse über den Hass Allahs auf Nicht-Muslime und die Strafe, die sie für ihren Unglauben erwartet. Der Koran zum Beispiel sagt den Muslimen, sie sollen „auf dem Weg Allahs kämpfen“ (Vers 2,190), „die Gläubigen zum Kampf anspornen“ (Vers 8,65) und befiehlt – nebst vielen anderen gewalttätigen Versen: „Tötet sie [die Ungläubigen], wo immer ihr auf sie trefft“ (Vers 2,191) sowie: „Kämpft gegen diejenigen, die in eurer Nähe sind von den Ungläubigen! Sie sollen in euch Härte vorfinden“ (Vers 9,123). Während auch andere religiöse Schriften gewalttätige Verse aufweisen, sind diese Verse historischer Natur und beziehen sich auf einen bestimmten Vorfall; sie sind beschreibend, nicht vorschreibend.

Wie der Autor Bruce Bawer formulierte: „Manchmal, wenn man auf diese Regeln hinweist, reagieren die Menschen: ‚Nun, die Bibel sagt das-und-das.‘ Es geht jedoch nicht darum, dass diese Dinge in der islamischen heiligen Schrift niedergeschrieben sind, sondern dass die Menschen immer noch nach ihnen leben.“ Offensichtlich betrachten viele Menschen diese Verse noch immer als göttliche Anweisung. Leider scheint es –, aus den häufigen „Allahu Akbar“-Schreien und verschiedenen Meinungsumfragen unter Muslimen zu schließen – so zu sein, dass viele im muslimischen Glauben nach wie vor politische Gewalt im Namen von Religion und Scharia unterstützen.

Quelle: UNESCO/A Lezine, CC BY-SA 3.0, WikiCommons

Leider richtet sich der islamische Suprematismus (Streben nach Vorherrschaft) nicht nur gegen Kirchen westlicher Christen. Er richtet sich auch gegen jessidische, zoroastrische, buddhistische und hinduistische Tempel. Diese religiösen Minderheiten in der muslimischen Welt sind völlig verletzlich, wehrlos und schwer verfolgt. Doch ihre Kultstätten werden von extremistischen Muslimen als Symbole der „Götzenverehrung“ angesehen, die es zu zerstören gilt. In vielen muslimischen Ländern ist auch Gewalt von Muslimen gegen Muslime durchaus üblich; sunnitische muslimische Extremisten attackieren schiitische Moscheen und schiitische Extremisten zielen auf sunnitische Moscheen. Beim islamischen Hass auf verschiedene religiöse Gruppen geht es nicht um Geographie – den Osten oder den Westen. Es geht um den religiösen Glauben.

Im Einklang mit dieser Weltanschauung hat die türkische regierungsfreundliche islamistische Zeitung Yeni Akit ihren schadenfrohen Bericht über den Brand betitelt: „Die berühmte Kathedrale Notre Dame in Frankreich brennt heftig“, und schrieb das dann der Anerkennung des „so genannten armenischen Völkermords“ durch Frankreich zu. Andere regierungsfreundliche Medien wie Haberturk und Gzt.com deuteten an, dass die Kathedrale Notre Dame, da sie vom osmanischen Eroberer Sultan Mehmet nicht erobert und islamisiert werden konnte, schließlich durch das Feuer zerstört wurde.

Die Bekämpfung nicht-muslimischer Denkmäler ist seit dem siebten Jahrhundert eine weit verbreitete islamische Praxis, die bedauerlicherweise im Koran und im Hadith verwurzelt ist, um shirk, die Anbetung von Gegenständen oder irgend etwas anderem als Allah zu verhindern. Laut Dr. Bill Warner, Gründungspräsident des Center for the Study of Political Islam gilt:

„Die Sprache des Islam ist dualistisch. Es gibt eine Aufteilung der Menschheit in Gläubige und Kafir (Ungläubige). Die Menschheit ist unterteilt in diejenigen, die glauben, dass Mohammed der Prophet Allahs ist, und diejenigen, die es nicht tun. Kafir ist ein Wort, das der Koran für Nicht-Muslime verwendet. Es wird normalerweise als Ungläubige übersetzt, aber diese Übersetzung ist falsch. Das Wort Ungläubiger ist neutral, während die Haltung des Korans gegenüber Ungläubigen sehr negativ ist. Der Koran definiert die Kafir als von Allah gehasst. Ein Muslim ist nie der wahre Freund eines Kuffars. Kafir können versklavt, vergewaltigt, enthauptet, angeprangert, terrorisiert und gedemütigt werden. Ein Kuffar ist kein vollwertiger Mensch.

Wenn Sie die vollständige islamische Lehre des Korans, die Sira (der Biographie Mohammeds) und den Hadith (die Traditionen Mohammeds) lesen, werden Sie feststellen, dass der Islam auf die Kafir fixiert ist. Über die Hälfte des Korans dreht sich um die Kafir, nicht um Muslime. Es ist der erklärte Zweck der Doktrin der islamischen Texte, jeden Kuffar durch Bekehrung, Unterwerfung oder Tod zu vernichten. Dschihad kann gegen die Kafir eingesetzt werden.“

Es ist daher nicht verwunderlich, dass radikale Muslime in der Türkei und anderswo beim Anblick der brennenden Kathedrale Notre Dame feierten. Es ist herzzerreißend, dass in Frankreich und anderen Ländern seit Jahrhunderten Brandstiftung und andere Formen der Schändung von Kirchen stattfinden, und dass dies kaum je von den Medien oder einer westlichen Regierung erwähnt wird.

Uzay Bulut ist eine türkische Journalistin. Artikel zuerst erschienen bei Gatestone Institute.

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