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Türkei rekrutierte bereits Mitte September syrische Kämpfer für Aserbaidschan

Kämpfer der Syrischen Nationalen Armee in Tal Abyad
Kämpfer der Syrischen Nationalen Armee in Tal Abyad (© Imago Images / ZUMA Press)

Dies wirft die Frage auf, woher die Türkei bereits zwei Wochen vor dem Aufflammen der aktuellen Kämpfe vom erhöhten Bedarf nach Sicherheitspersonal in Aserbaidschan wusste.

Bethan McKernan, The Guardian

Kämpfer der syrischen Rebellen verpflichteten sich, für eine private türkische Sicherheitsfirma als Objektschützer in Aserbaidschan zu arbeiten.Dies erklärten mehrere Freiwillige in Syriens letzter Rebellenhochburg, während der seit langem andauernde Konflikt zwischen Baku und dem benachbarten Armenien Anzeichen einer gefährliche Eskalation zeigt. Die Stationierung der Kämpfer ist ein Zeichen für den wachsenden Drang der Türkei, sich militärisch im Ausland zu engagieren, und eröffnet eine dritte Arena in ihrer regionalen Rivalität mit Moskau. Ankara befindet sich bereits in den Konflikten in Syrien und Libyen in einem brisanten Machtkampf mit Russland, und diese Spannungen könnten nun auch auf Berg-Karabach übergreifen.

Der Guardian sprach mit drei Männern, die in der letzten von den Rebellen kontrollierten Ecke Syriens leben. Sie sagten, dass fast ein Jahrzehnt Krieg und drückende Armut sie dazu veranlasst hätten, sich bei den Milizenführern zu melden, die eine Zusammenarbeit mit einer privaten türkischen Sicherheitsfirma im Ausland versprachen. Sie warten darauf, über die Grenze in die Türkei zu reisen, bevor sie nach Aserbaidschan geflogen werden. (…)

Zwei in Azaz lebende Brüder, die wegen der Sensibilität des Themas anonym bleiben wollten, sagten, sie seien am 13. September in ein Militärlager in Afrin gerufen worden. Dort wurde ihnen von einem Kommandeur der von der Türkei unterstützten Sultan-Murad-Division mitgeteilt, dass sie zur Bewachung von Beobachtungsposten und Öl- und Gasanlagen in Aserbaidschan eingeteilt werden könnten, im Rahmen von Drei- oder Sechsmonatsverträgen bei einer Bezahlung von 7.000 bis 10.000 Türkische Lira (770 bis 1.100 Euro) pro Monat – deutlich mehr, als sie zu Hause verdienen könnten. (…)

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Mehrere Quellen in der Syrischen Nationale Armee (SNA), der wichtigsten Dachorganisation der von der Türkei finanzierten syrischen Rebellengruppen, sowie die Syrische Beobachtunsstelle für Menschenrechte berichten, dass eine erste Gruppe von 500 syrischen Kämpfern der SNA-Divisionen Sultan Murad und Al Hamza bereits in Aserbaidschan eingetroffen sei, darunter die zwei hochrangigen Kommandeure Fahim Eissa, Anführer von Sultan Murad, und Saif Abu Bakir von Al-Hamza. Der Guardian konnte die Berichte nicht bestätigen.

Die Gerüchte wurden durch mehrere in den sozialen Medien verbreitete Videos untermauert, die angeblich bewaffnete syrische Rebellen zeigen, die auf einer aserbaidschanischen Straße auf der Ladefläche eines Lastwagens sitzen und dabei Kampflieder singen.

(Aus dem Artikel „Syrian rebel fighters prepare to deploy to Azerbaijan in sign of Turkey’s ambition“, der im Guardian erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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