Wenn er Saudi-Arabien Raketen erlaube, müsse er dasselbe mit dem Iran tun, erklärte der US-Präsident auf einer Pressekonferenz über die mit Teheran geschlossene Absichtserklärung.
Als er während einer Pressekonferenz am Mittwoch auf die Absichtserklärung mit dem Iran zu sprechen kam, verteidigte US-Präsident Donald Trump die Entscheidung, dem Iran den Erhalt seines umfangreichen Arsenals an ballistischen Raketen zu gestatten. Am Rande des G7-Tereffens in Frankreich erklärte Trump, die USA werden mit ihren Verbündeten am Persischen Golf zusammenarbeiten, um Fragen anzugehen, die nicht mit dem iranischen Atomprogramm zusammenhängen. Darunter falle auch das Programm für konventionelle Raketen, so der US-Präsident, der jedoch anmerkte, dass Teheran weiterhin über einige ballistische Raketen verfügen werde.
»Ich meine, sie müssen welche haben, weil andere Leute auch welche haben. Man muss eben welche haben«, sagte Trump. Er möge seine Berater zwar, die ihm erklärte, er solle dm Iran keine Raketen erlaube, halte sie aber nicht für besonders klug. »Ich sagte: ›Na ja, was soll ich denn tun? Soll ich Saudi-Arabien Raketen erlauben, aber ihnen [den Iranern] nicht?‹ … So funktioniert das nicht, wissen Sie, so funktioniert das nicht. Und Raketen sind nicht das Problem. Raketen richten an einem kleinen Ort Schaden an, aber sie sprengen nicht den ganzen Planeten in die Luft.«
Zugeständnis an Iran
Als er später während der Pressekonferenz gefragt wurde, warum es akzeptabel sei, dass der Iran seine Raketenkapazitäten behalte, argumentierte Trump, dass Teheran über weniger Raketen verfüge als andere Länder. »Wir haben wahrscheinlich 84 bis 85 Prozent ihrer Raketen ausgeschaltet. Der Rest befindet sich unterirdisch; sie können sie nicht einmal herausholen, wissen Sie«, sagte der Präsident gegenüber den Reportern. »Sie wollen im Moment keine Raketen abfeuern. Der Wiederaufbau wird ihnen schwerfallen.«
Zuvor hatte Kriegsminister Pete Hegseth erklärt, die iranischen Produktionskapazitäten für ballistische Raketen seien nach den am 28. Februar begonnenen US-amerikanischen und israelischen Angriffen »funktional ausgeschaltet« worden. Er räumte jedoch ein, dass Teheran weiterhin über gewisse Bestände dieser Waffen verfüge. Mitte März behauptete Hegseth, jedes iranische Unternehmen, das Komponenten für ballistische Raketen herstelle, sei »ausgeschaltet und zerstört worden«.
US-Geheimdienste schätzten, dass sich der Iran noch im Besitz von rund siebzig Prozent seiner mobilen Abschussrampen und seines Raketenbestands aus der Zeit vor dem Krieg befinde. Dazu gehören ballistische Raketen und kleinere Marschflugkörper, wie die New York Times Mitte Mai berichtete.
Während der Verhandlungen über die kürzlich unterzeichnete Absichtserklärung mit den USA argumentiert der Iran, dass Forderungen in Bezug auf sein Raketenprogramm eine rote Linie darstellten. In den letzten Monaten hat Teheran diese Waffeneingesetzt, um US-Stützpunkte und andere Objekte im Persischen Golf sowie Ziele in Israel anzugreifen.






