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Trump und die Golfstaaten: Was wirklich geschehen ist

Mohammed bin Salman und Donald Trump im November 2025. Zwischen den Golfstaaten und dem US-Präsidenten herrschte schon bessere Stimmung als jetzt. (© imago images/ABACAPRESS)
Mohammed bin Salman und Donald Trump im November 2025. Zwischen den Golfstaaten und dem US-Präsidenten herrschte schon bessere Stimmung als jetzt. (© imago images/ABACAPRESS)

Die Golfstaaten haben das Vertrauen verloren, dass die USA sie gegen iranische Angriffe verteidigen werden.

Am Montag verkündete US-Präsident Donald Trump den Beginn von »Project Freedom«, einer Militäroperation, mit der die Durchfahrt der Straße von Hormus für jene Schiffe gewährleistet werden sollte, die seit Beginn des Iran-Kriegs im Persischen Golf gewissermaßen gefangen gewesen waren. Doch nur 36 Stunden später erklärte Trump das aufwendige Unterfangen schon wieder für beendet. Er begründete die überraschende Wende mit angeblich »großen Fortschritten« in Verhandlungen mit dem iranischen Regime über eine Beendigung des Krieges.

Zu dem laut Trump (wieder einmal) unmittelbar bevorstehenden Durchbruch bei den Verhandlungen ist es seitdem (wieder einmal) nicht gekommen. Überraschend war das nicht, denn abseits der präsidentiellen Behauptungen gibt es nichts, was auf eine Annäherung der iranischen und amerikanischen Verhandlungspositionen hindeuten würde.

Stattdessen machten Zeitungen mit dem wahren Grund des jähen Endes von »Project Freedom« auf: Saudi-Arabien habe diesbezüglich Druck auf Trump ausgeübt und die Benutzung des saudischen Luftraums sowie amerikanischer Stützpunkte im Königreich untersagt, darunter die für die Operation zentrale Prinz-Sultan-Luftwaffenbasis. Angeblich sollen die amerikanischen Golf-Alliierten darüber »verärgert« gewesen sein, dass sie nicht vorab über die Militäraktion in der Straße von Hormus informiert wurden.

Laut dem FAZ-Korrespondenten wollte Saudi-Arabien Trump einbremsen, weil es »keine neue Runde in der militärischen Konfrontation mehr will«. Das Königreich, schrieb Gudrun Harrer im Standard, »wollte offenbar nicht an einer Operation beteiligt sein, die zum Wiederausbruch des Kriegs am Golf führen könnte«. Statt auf die »jahrzehntelange exklusive Bindung an Washington« zu vertrauen, wollten die Saudis »auf neue regionale Sicherheitsstrukturen« setzen.

Das fehlende Puzzlestück

Diese Analysen haben von Anfang an keinen wirklichen Sinn ergeben, und mittlerweile ist auch klar, warum: Sie haben einen wesentlichen Bestandteil der Erklärung für die seltsamen Vorgänge komplett missverstanden.

Denn die Saudis und Kuwaiter, die sich dem »Project Freedom« ebenfalls verweigerten, haben die amerikanische Vorgehensweise nicht etwa abgelehnt, weil sie an sich erneute militärische Auseinandersetzungen mit dem Iran fürchteten. Sondern, wie das Wall Street Journal berichtet: »Saudi-Arabien und Kuwait verwehrten dem US-Militär die Nutzung ihrer Stützpunkte und ihres Luftraums, nachdem hochrangige US-Beamte die iranischen Angriffe auf den Persischen Golf als Reaktion auf die Operation in der Meerenge heruntergespielt hatten, wie saudische Vertreter mitteilten. Die Saudis und andere Golfstaaten befürchteten zudem, dass die USA sie angesichts der Eskalation der Kämpfe nicht schützen würden«.

Wie wir berichtet haben, hat das iranische Regime im Zuge der zunehmenden Spannungen um die Straße von Hormus in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit Beginn der Waffenruhe mehrere Angriffswellen mit Raketen und Drohnen auf die Vereinigten Arabischen Emirate unternommen. Die Amerikaner reagierten darauf, indem sie die Angriffe herunterspielten und keinerlei Gefährdung der Waffenruhe erkennen konnten.

Diese aus Sicht der Golfaraber ungeheuer schwache Reaktion war es, die Saudi-Arabien und Kuwait gegen die USA auf die Barrikaden steigen ließ. Es ging nicht darum, dass sie erneute militärische Operationen gegen die Islamische Republik ablehnten. Sondern sie befürchteten, als Reaktion darauf unter iranischen Beschuss zu geraten – und hatten kein Vertrauen darin, dass die Amerikaner sie gegen diese Angriffe verteidigen würden. »Saudi-Arabien befürchtete, die USA würden auf weitere Angriffe nicht entschlossen genug reagieren«. Die Golfstaaten fürchteten, dass der Iran den Eindruck gewinnen konnte, »er könne sie angreifen und ungestraft davonkommen«, so das WSJ.

In schlechter Erinnerung

Saudi-Arabien kann sich nur zu gut daran erinnern, wie die vom Iran unterstützten Huthis im September 2019 zwei der wichtigsten Einrichtungen der saudischen Ölindustrie mit Drohnen und Raketen angriffen, darunter mit Abqaiq die größte Ölraffinerie der Welt.

Zum Schock der Saudis reagierte Trump, der auch damals US-Präsident war, mit der für ihn üblichen brachialen Rhetorik auf die Angriffe, von denen jeder wusste, dass das iranische Regime dahintersteckte. Doch dabei blieb es auch: Es folgte keine militärische Reaktion der Amerikaner auf die beispiellose iranische Aggression. Amerikanische Jets sollen schon auf dem Weg zu Vergeltungsschlägen im Iran gewesen sein, als Trump sie im letzten Moment zurückpfiff. Dem iranischen Regime wurde damit vermittelt, dass die Amerikaner nichts unternehmen, um ihren wichtigsten arabischen Verbündeten zu verteidigen.

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