Trump schlägt ehemaligen General als Botschafter für Saudi-Arabien vor

„US-Präsident Donald Trump hat den pensionierten General John Abizaid als US-Botschafter in Saudi-Arabien vorgeschlagen. Abizaid ist ein Gegner des Atomabkommens mit dem Iran, hat Israel aber auch aufgefordert, in seinem Vorgehen gegen das Abkommen Mäßigung zu zeigen. Als Beobachter der UNO erlebte Abizaid 1985 einige der ersten Terroranschläge der Hisbollah mit und hat sich eindeutig zu der vom Terrorismus ausgehenden Gefahr in der Region geäußert. Seine Nominierung erfolgt in einem kritischen Augenblick für die Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien und Riads Rolle in der Region. Die Botschafterstelle ist seit mehreren Jahren vakant. Als ehemaliger Kommandeur des US Central Command (CENTCOM) verfügt Abizaid über langjährige Erfahrungen mit dem Nahen Osten und den dortigen Kriegen. Abizaid ist libanesischer Herkunft und spricht fließend Arabisch.

Als er 2007 pensioniert wurde, hatte er länger als jeder andere CENTCOM-Kommandeur in dieser Rolle gedient, und das zu einer Zeit, in der die USA in mehrere Kriege in der Region verwickelt waren. Insofern bringt er mit Blick auf die gegenwärtige Rolle der USA dort, unter anderem im Kampf gegen den Islamischen Staat im Irak und in Syrien, der sich auch mit den saudischen Interessen deckt, einzigartige Kenntnisse mit. Andererseits hat sich in den letzten zehn Jahren vieles verändert, und Abizaid kommt zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt nach Riad. (…)

Abizaid hat sich auch deutlich über die Gefahr des Extremismus und die Notwendigkeit einer US-Präsenz in der Region geäußert. Bei einer Veranstaltung an der Carnegie Mellon University erklärte er 2007: ‚Wir werden die militärischen Lasten mit der Zeit von unseren Streitkräften auf regionale Truppen übertragen und eine indirekte Rolle spielen müssen.‘ Doch sollten die USA nicht annehmen, dass ihr Militär einfach werde nach Hause kommen und sich ausruhen können. ‚Die strategische Lage in der Region deutet nicht darauf hin, dass das möglich sein wird.‘ Diese Doktrin des ‚langen Kriegs‘ wird sich anhand der gegenwärtigen Haltung der USA in der Region und weiten Teilen Afrikas und Asiens erweisen müssen, wo US-Spezialeinheiten und Berater in zahlreichen Konflikten den Kampf gegen verschiedene mit Al-Qaida und dem Islamischen Staat affiliierte Gruppen und deren Verbündete unterstützen. Vor zwei Jahren warnte Abizaid, die USA seien dabei, den Kampf gegen den Extremismus zu verlieren. (…)

Bei einem vom Institute for Counter-Terrorism des IDC Herzliya veranstalteten Gipfel befasste Abizaid sich 2013 in einer Rede mit dem Kampf gegen den radikalen Islam und der Rolle der zahlreichen ausländischen Kämpfer, die unter anderem aus westlichen Ländern in die Region strömten. ‚Wir müssen international zusammenarbeiten, um unserem Feind beizukommen‘, sagte er damals. Er betrachte diese neue internationale Gefahr aus der Perspektive der Erfahrungen der USA im Irak, wo er sich mit der wachsenden Aufstandsbewegung auseinanderzusetzen begonnen habe, als andere sie noch abgeschrieben hätten.“ (Seth J. Frantzman: „Trump’s pick for Saudi Ambassador is expert on Hezbollah and Iran“)

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