Während Israels Premierminister Netanjahu erklärte, der Waffenstillstand gelte nicht für den Kampf gegen die Hisbollah, widersprach ihm sein als Vermittler tätiger Amtskollege aus Pakistan.
Charles Bybelezer
US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstagabend, er habe einem »beidseitigen Waffenstillstand« mit dem Iran zugestimmt. Dies geschah, nachdem er mit dem pakistanischen Premierminister und Feldmarschall gesprochen habe, der »mich gebeten hat, die zerstörerische Streitmacht, die heute Nacht in den Iran entsandt werden soll, zurückzuhalten. Wenn das iranische Regime der ›vollständigen, sofortigen und sicheren Öffnung der Straße von Hormus‹ zustimmt, bin ich bereit, die Bombardierung und den Angriff auf den Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen. Dies wird ein beidseitiger Waffenstillstand sein.«
Trump sagte, der Grund für seine Entscheidung sei, »dass wir bereits alle militärischen Ziele erreicht und übertroffen haben und bei einer endgültigen Vereinbarung über einen langfristigen Frieden mit dem Iran und im gesamten Nahen Osten sehr weit fortgeschritten sind. Wir haben einen Zehn-Punkte-Vorschlag vom Iran erhalten und glauben, dass dies eine tragfähige Verhandlungsgrundlage ist. Über fast alle bisherigen Streitpunkte haben sich die Vereinigten Staaten und der Iran geeinigt, aber ein Zeitraum von zwei Wochen wird es ermöglichen, das Abkommen endgültig zu formulieren und abzuschließen.«
Die Einigung folgte auf Trumps Warnung vom Dienstag, dass, sollte der Iran die von ihm gestellte Frist zur Wiederöffnung der Straße von Hormus nicht einhalten, »heute Nacht eine ganze Zivilisation untergehen wird, die nie wieder zurückgebracht werden kann«.
Unterstützung durch Israel
Israel und die Vereinigten Staaten starteten am Morgen des 28. Februar einen gemeinsamen Angriff gegen die Islamische Republik, zu dessen Beginn auch der Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei eliminiert wurde. Seitdem haben die Streitkräfte der beiden Länder Ziele im gesamten Iran angegriffen, wobei sie sich insbesondere darauf konzentrierten, die nuklearen und ballistischen Raketenfähigkeiten des Regimes zu schwächen. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) haben zudem mehr als 3.500 Ziele im Libanon getroffen und über 1.000 Hisbollah-Kämpfer getötet, seit die vom Iran unterstützte Gruppe am 2. März zur Unterstützung Teherans in den Krieg eingetreten ist.
Am frühen Mittwoch gab der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Erklärung ab, in der er seine Unterstützung für den Waffenstillstand zum Ausdruck brachte.
»Israel unterstützt die Entscheidung von Präsident Trump, die Angriffe gegen den Iran für zwei Wochen auszusetzen, sofern der Iran unverzüglich die Meerenge öffnet und alle Angriffe auf die USA, Israel und Länder in der Region einstellt«, sagte Premierminister Benjamin Netanjahu in Jerusalem.
Israel unterstütze auch die Bemühungen der USA, sicherzustellen, »dass der Iran keine nukleare, raketenbezogene und terroristische Bedrohung mehr für Amerika, Israel, die arabischen Nachbarn des Iran und die Welt darstellt. Die Vereinigten Staaten haben Israel mitgeteilt, dass sie sich verpflichtet haben, diese Ziele, die von den USA, Israel und Israels regionalen Verbündeten geteilt werden, in den bevorstehenden Verhandlungen zu erreichen«. Zugleich betonte Netanjahu, dass der Waffenstillstand den Libanon nicht einschließe.
Widerspruch Pakistans
Bei der Bekanntgabe des Abkommens widersprach der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif der Position Jerusalems, wonach dieses nicht für IDF-Operationen gegen die Hisbollah im Libanon gelte. »Mit größter Demut freue ich mich, bekannt zu geben, dass die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten von Amerika zusammen mit ihren Verbündeten einem sofortigen Waffenstillstand überall, einschließlich dem Libanon und anderswo, zugestimmt haben«, schrieb Sharif in einem X-Beitrag.
Er begrüße »diese kluge Geste von ganzem Herzen und spreche den Führungen beider Länder meinen tiefsten Dank aus. Ich lade ihre Delegationen für Freitag, den 10. April 2026, nach Islamabad ein, um weitere Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen zur Beilegung aller Streitigkeiten zu führen. Beide Parteien haben bemerkenswerte Weisheit und Verständnis bewiesen und sich konstruktiv für die Förderung von Frieden und Stabilität eingesetzt. Wir hoffen aufrichtig, dass die ›Islamabad-Gespräche‹ zu einem nachhaltigen Frieden führen, und möchten in den kommenden Tagen weitere gute Nachrichten verkünden!«, schloss der pakistanische Premier.
Der iranische Außenminister Seyed Abbas Araghchi veröffentlichte im Namen des Obersten Nationalen Sicherheitsrats der Islamischen Republik eine Erklärung, in der es hieß: »Wenn die Angriffe gegen den Iran eingestellt werden, werden unsere mächtigen Streitkräfte ihre Verteidigungsoperationen einstellen. Für einen Zeitraum von zwei Wochen wird eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus in Abstimmung mit den iranischen Streitkräften und unter gebührender Berücksichtigung technischer Einschränkungen möglich sein.«





