Todesopfer bei Protesten gegen Sparplan der tunesischen Regierung

„Der tunesischen Regierung zufolge wurde bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten am Montag ein Mensch getötet. Landesweit ist es wegen steigender Preise und Steuern jüngst zu Protesten gekommen. In der 49 Kilometer westlich von Tunis gelegenen Stadt Tebourba sei bei Protesten gegen den Sparkurs ein Mann getötet worden, hieß es in einer Erklärung des Innenministeriums. Er habe an einer chronischen Atemwegserkrankung gelitten und sei erstickt, weil er Tränengas eingeatmet habe, hieß es weiter. Berichte, denen zufolge er durch ein Fahrzeug der Sicherheitskräfte überfahren worden sei, wurden dementiert. Zu Gewalttätigkeiten war es Augenzeugen zufolge gekommen, als Sicherheitskräfte einige Jugendliche daran zu hindern versuchten, ein Regierungsgebäude anzustecken. Fünf Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur TAP.

Zu Protesten gegen die steigenden Preise und Steuern ist es in rund zehn Städten in allen Landesteilen gekommen. (…) Am 1. Januar hatte die Regierung im Rahmen eines mit den ausländischen Kreditgebern des Landes vereinbarten Sparplans die Preise für Gasöl und weitere Produkte sowie die Steuern auf Autos, Telefonanrufe, Internetdienste, Hotelaufenthalte und weitere Dienstleistungen erhöht. Die Wirtschaft des Landes befindet sich seit dem Sturz der Vorgängerregierung im Jahr 2011 und infolge von zwei größeren Terrorangriffen 2015, die die Tourismusbranche schwer trafen, in einer Krise. Die Tourismusbranche macht 8 Prozent des Bruttosozialprodukts aus und stellt eine entscheidende Devisenquelle dar.“ (Bericht auf Middle East Eye: „Man killed as Tunisia anti-austerity protests spread“)

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