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Teheran baut sein fortschrittliches Urananreicherungsprogramm aus

Zentrifugen zur Urananreicherung in Natanz
Zentrifugen zur Urananreicherung in Natanz (Quelle: JNS)

Der Iran verwendet modernste IR-6-Zentrifugen, die in einer unterirdischen Anlage in Natanz installiert sind, so die UN-Atomaufsichtsbehörde gegenüber den Mitgliedstaaten.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters im Lauf der Woche berichtete, warnt ein Bericht der Atomaufsichtsbehörde der Vereinten Nationen (IAEO) davor, dass der Iran sein fortgeschrittenes Urananreicherungsprogramm weiter ausbaut. Währenddessen wartet der Westen immer noch auf die Antwort des Irans zu einem Anfang August vorgelegten »endgültigen« Vorschlag zur Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015.

Dem IAEO-Dokument vom Montag zufolge hat der Iran die erste von drei neuen Kaskaden von IR-6-Zentrifugen, die kürzlich in der unterirdischen Brennstoffanreicherungsanlage (FEP) in Natanz installiert worden waren, in Betrieb genommen. Am Mittwoch bezog sich Reuters auf einen zweiten IAEO-Bericht, laut dem der Iran inzwischen die zweite Kaskade aktiviert und begonnen habe, damit Uran anzureichern. Die dritte Kaskade wurde bislang offenbar noch nicht befüllt.

Die in Natanz zum Einsatz kommenden IR-6 sind das fortschrittlichste Modell an Zentrifugen zur Urananreicherung, die die Islamische Republik besitzt. Im Rahmen des Nuklearabkommens von 2015 ist Teheran nur die Verwendung der weniger effizienten IR-1-Zentrifugen der ersten Generation erlaubt.

Dem Bericht zufolge setzt der Iran in Natanz bereits seit über einem Jahr IR-6-Zentrifugen zur Anreicherung von Uran auf einen Reinheitsgrad von bis zu sechzig Prozent ein, der dem für den Einsatz in Atombomben erforderlichen Reinheitsgrad nahekommt. Eine weitere IR-6-Kaskade in Fordow, einer tief in den Berg gegrabenen Anlage, begann im Juli mit der Urananreicherung.

In dem jüngsten vertraulichen Bericht an die UNO-Mitgliedstaaten stellt die IAEO fest, sie habe »am 28. August 2022 verifiziert, dass der Iran in der FEP [Natanz] zwei Prozent U-235 angereichertes UF6 [Uranhexafluorid] in die IR-6-Kaskade einspeist«, um »bis zu fünf Prozent U-235 angereichertes UF6« zu produzieren.

In der Zwischenzeit erklärte Irans Außenminister Hossein Amir-Abdollahian am Mittwoch in Moskau, der Iran brauche exakte Garantien aus Washington. Er fügte hinzu, die IAEO solle ihre »politisch motivierten Untersuchungen« zu Uranpartikeln an nicht-deklarierten Standorten in Teheran einstellen: »Der Iran prüft den von der EU ausgearbeiteten Text sorgfältig. … Wir brauchen stärkere Garantien von der anderen Partei, um ein nachhaltiges Abkommen zu erreichen«, erklärte Amir-Abdollahian.

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