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Syriens Diktator Assad besucht VAE

VAE-Kronprinz Sheikh Mohammed bin Zayed al-Nahyan und Syriens Präsident Baschar Al-Assad
VAE-Kronprinz Sheikh Mohammed bin Zayed al-Nahyan und Syriens Präsident Baschar Al-Assad (© Imago Images / ZUMA Wire, SNA)

Der Staatsbesuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist die erste Reise des syrischen Präsidenten in ein arabisches Land seit dem Beginn des Krieges vor elf Jahren.

Vergangene Woche traf der syrische Präsident Baschar al-Assad zu einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ein, wo er mit mehreren hochrangigen Persönlichkeiten zusammentraf, die Bereitschaft signalisierten, ihre wegen des syrischen Bürgerkriegs gekappten Verbindungen mit Damaskus wieder aufzunehmen.

Die Reise deutet darauf hin, dass die Isolation Assads in der arabischen Welt zu Ende gehen könnte. So traf der syrische Präsident neben Wirtschaftstreibenden in der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi auch Kronprinz Sheikh Mohammed bin Zayed al-Nahyan.

Laut staatlichen Medien der VAE betonte Mohammed bin Zayed dabei, dass »Syrien eine elementare Säule der arabischen Sicherheit ist, und dass die VAE sehr daran interessiert sind, die Zusammenarbeit mit dem Land zu verstärken«. Er hoffe, dass »der Besuch den Beginn für Ruhe und Stabilität in Syrien und der gesamten Region darstellt«.

Gemäß einem BBC-Bericht diskutierten die beiden Politiker während ihres Treffens, wie die VAE humanitäre Hilfe für Syrien leisten und die ökonomischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern verbessern könnten.

Laut New York Times traf Assad auch mit dem Vizepräsidenten und Premierminister der VAE, Sheikh Mohammed bin Rashid al-Maktoum, zusammen, mit dem er ebenfalls den Ausbau der bilateralen Beziehungen beider Länder diskutiert habe.

Nachdem der Großteil der arabischen Staaten kurz nach Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 alle Beziehungen zu Syrien abbrach, es aus der Arabischen Liga ausschloss und mit diversen Sanktionen belegte, haben sich die Kontakte in den vergangenen Jahren langsam wieder verstärkt.

Assads Reise in die VAE war allerdings das bislang deutlichste Zeichen, dass die arabischen Staaten an der Rehabilitierung des syrischen Präsidenten interessiert sind.

Trotz Protesten aus den USA arbeiten die VAE schon länger führend daran, Damaskus wieder ins arabische Lager einzugliedern. So eröffneten die Emirate im Jahr 2018 ihre Botschaft in der syrischen Hauptstadt wieder, und im November vergangenen Jahres kam es zu einem Besuch hochrangiger Diplomaten unter der Führung des Außenministers bei Präsident Assad.

Selbst eine nur geringfügige Verbesserung seiner Beziehungen mit den reichen Golfstaaten wäre schon eine große Hilfe für Assads Regierung, die unter den westlichen Sanktionen und der internationalen Isolation zu leiden hat.

Seit Kriegsbeginn im März 2011 hat kaum ein Land weltweit Assad zu einem Besuch empfangen. Bloß Besuche in Russland und dem Iran, die beide sein Regime militärisch unterstützen, standen seit damals auf dem Programm des syrischen Diktators.

Das iranische Engagement in Syrien dürfte auch einer der Hauptgründe für die Avancen der sunnitischen Länder gegenüber Assad sein, mit denen sie den Einfluss der schiitischen Islamischen Republik zurückdrängen wollen. So hätten auch Assad und Kronprinz Mohammed in Abu Dhabi über den »Abzug ausländischer Truppen« aus Syrien gesprochen, wie die Times of Israel meldete.

Die USA sind gegen jede Normalisierung der Beziehungen mit Syrien, bevor nicht umfassende Fortschritte dabei gemacht werden, den Bürgerkrieg zu beenden. Dementsprechend drückte Washington auch seine »tiefe Enttäuschung und Sorge« über die emiratische Entscheidung aus, Assad in Abu Dhabi zu empfangen und damit zu seiner Legitimierung beizutragen.

Der Sprecher des US-Außenministeriums Ned Price erklärte, die USA forderten jene »Staaten, die eine Wiederaufnahme von Beziehungen mit Syrien erwägen« auf, sich »die grauenhaften Verbrechen« in Erinnerung zu rufen, die das syrische Regime im letzten Jahrzehnt an seinen Bürgern verübt hat.

»Baschar Al-Assad bleibt verantwortlich für das Leid und den Tod von ungezählten Syrern, für die Vertreibung von mehr als der Hälfte der syrischen Bevölkerung und für die willkürliche Inhaftierung und das Verschwindenlassen von über 150.000 syrischen Männern, Frauen und Kindern.«

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