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Syrien: Zahl der Corona-Fälle erreicht kritisches Niveau

Die Krankenhäuser in Syrien geraten an ihre Kapazitätsgrenzen
Die Krankenhäuser in Syrien geraten an ihre Kapazitätsgrenzen (© Imago Images / ZUMA Wire)

Aufgrund mangelnder Transparenz dürfte die wirkliche Zahl an Corona-Infektionen jedoch noch weit über den offiziellen Angaben liegen.

Rudaw

Die Zahl der Covid-19-Fälle ist in den letzten Wochen in ganz Syrien auf ein kritisches Niveau angestiegen, wie Beamte am Freitag gegenüber AFP erklärten.

Die Gesundheitseinrichtungen stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen und sind nicht in der Lage, die Situation zu bewältigen. In einigen der am stärksten vom jahrzehntelangen Konflikt betroffenen Gebieten ist die Gesundheitsinfrastruktur unzureichend, und es fehlt an medizinischer Grundversorgung und Impfstoffdosen.

Während die Fallzahlen im ganzen Land in die Höhe schießen, scheinen die Gebiete im Norden, die nicht von der Regierung kontrolliert werden, am stärksten von der jüngsten Welle der Pandemie betroffen zu sein.

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In der Region Idlib, in der etwa die Hälfte der mehr als drei Millionen Einwohner durch den Konflikt vertrieben wurden, ist die Zahl der täglich gemeldeten Infektionen stark angewachsen und übersteigt nun oft die Zahl von 1.000 pro Tag.

„Von August bis September stieg die Zahl der bestätigten Corona-Fälle im Nordwesten Syriens um 144% auf 71.715 Erkrankte und 1.151 Todesfälle (Stand: 28. September)“, so Save the Children. Die Hilfsorganisation erklärte, dass in der gesamten Region nur noch ein Dutzend Betten in Intensivstationen zur Verfügung stünden und rief zu internationaler Soforthilfe auf, um eine noch größere Katastrophe zu verhindern. (…)

Francisco Otero Y Villar, Syrien-Chef der medizinischen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF), beschrieb die Situation im Nordwesten als „unkontrollierten Ausbruch. Die Krankenhäuser sind überfüllt, die Patienten stehen Schlange, um ein Bett auf der Intensivstation zu bekommen“, sagte er gegenüber AFP.

Er erklärte, dass die begrenzte Sauerstoffproduktion in der Region ein weiteres Hindernis sei und auch die niedrigen Impfraten eine weitere Ausbreitung des Virus ermöglichen könnten; der Prozentsatz der geimpften Menschen liege in der gesamten nordwestlichen Region Syriens bei nur 2,6%.

Das syrische Gesundheitsministerium erklärte letzte Woche, dass die Krankenhäuser in Damaskus und der wichtigsten Küstenstadt Latakia ihre volle Kapazität erreicht hätten. Das Ministerium erklärte, der Anstieg der Zahlen sei zumindest teilweise auf verstärkte Testungen zurückzuführen.

Die insgesamte geringe Zahl an Tests und die mangelnde Transparenz der Behörden in ganz Syrien bedeuten jedoch, dass die offizielle Zahl der Todesfälle und Infektionen seit Beginn der Pandemie höchstwahrscheinlich viel zu niedrig angesetzt ist.

Auch im Nordosten des Landes, der größtenteils von einer autonomen kurdischen Verwaltung kontrolliert wird, und in Regierungsgebieten nehmen die Covid-19-Fälle zu.

Jawan Mustafa, Leiter der Gesundheitsabteilung der kurdischen Verwaltung, erklärte, dass die Region nur 55.000 Impfstoffdosen erhalten habe. „Die Situation wird außer Kontrolle geraten, wenn die Verwaltung nicht bald ausreichend unterstützt wird. Sie kann die sich schnell ausbreitende Pandemie nicht allein bewältigen“, sagte er.

(Aus dem Artikel Syrian hospitals hit hard as Covid-19 cases spike “, der bei Rudaw erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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