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Syrien: Kurdische Gebiete im Norden noch ohne Corona-Impfstoffe

Lediglich 645 Dosen wurden an das vom Regime gehaltene Krankenhaus in Qamishli geliefert
Lediglich 645 Dosen wurden an das vom Regime gehaltene Krankenhaus in Qamishli geliefert (Quelle: UNICEF)

Während die vom Regime und von der Türkei gehaltenen Gebiete Syriens bereits beliefert wurden, ist im kurdisch verwalteten Teil noch kein Corona-Impfstoff angekommen

Karwan Faidhi Dri, Rudaw

Der kurdisch verwaltete Nordosten Syriens (Rojava) hat die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) versprochenen Corona-Impfstoffe nicht erhalten, sagte der Leiter der Gesundheitsbehörde vergangenen Woche. Im Rest Syrien haben die Impfungen nach der Lieferung von mehr als 200.000 Dosen bereits begonnen.

Gebiete unter der Kontrolle des syrischen Regimes und der von der Türkei unterstützten Kämpfer haben in den letzten Wochen 203.000 Impfdosen von der WHO erhalten, die Krankenhäuser in Rojava jedoch nicht, sagte Jwan Mustafa gegenüber Omar Kalo von Rudaw. Die WHO sagte am 3. Mai, dass die erste Charge von Impfstoffen in Qamischli angekommen sei, „für Hochrisikogruppen, vor allem für Gesundheitsarbeiter.“

Laut Mustafa handelte es sich bei dieser Lieferung nur um 645 Dosen, die an das vom Regime gehaltene Krankenhaus in der Stadt geschickt wurden. „Eine sehr kleine Menge ist im Nordosten Syriens angekommen. Wir als Gesundheitsbehörde haben jedoch keine erhalten. Sie [die WHO] sagen, sie würden sie an die Büros des Regimes in der Region übergeben. Das verstößt gegen die Menschenrechte“, sagte Mustafa.

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Der Gesundheitsbeamte sagte, dass derzeit mindestens 100.000 Impfstoffdosen für das Gesundheitspersonal und eine weitere Million Dosen benötigt würden, um 25 Prozent der Bevölkerung der Region zu impfen.

Die Leiterin des WHO-Büros in Syrien, Akjemal Magtymova, sagte im März gegenüber Rudaw English, dass Rojava im Mai mit 90.000 Impfstoffdosen über das COVAX-Systems beliefert werde, das für Nationen und Menschen geschaffen wurde, die sonst keinen Zugang zu Impfstoffen haben, wie z.B. Flüchtlinge, Binnenvertriebene (IDPs) und Asylsuchende.

In Rojava wurden am Freitag 58 neue Coronafälle und 12 Todesfälle registriert, womit sich die Gesamtzahl der Fälle auf 16.466 und die der Todesfälle auf 657 erhöht hat. Die Krankenhäuser in der nordöstlichen Region verfügen nur über begrenzte Kapazitäten und Ressourcen wie etwa COVID-19-Testgeräte. Das International Rescue Committee (IRC) warnte Ende April, dass das einzige Corona-Testlabor Rojavas, das sich in Qamishli befindet, innerhalb einer Woche keine Tests mehr durchführen könne.

Ärzte ohne Grenzen (MSF) erklärten am Donnerstag, dass die tatsächliche Zahl der Fälle „vermutlich viel höher ist als die berichtete, da viele Menschen weiterhin keinen Zugang zu Tests und Gesundheitsversorgung haben.“

(Aus dem Artikel „Rojava has not received a single dose of COVID vaccine: health official, der bei Rudaw erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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