Der Anschlag in Syrien, bei dem am vergangenen Wochenende drei Amerikaner getötet wurden, offenbart die anhaltende Bedrohung durch den Islamischen Staat.
Am 13. Dezember wurden drei Amerikaner in Palmyra getötet, was den ersten Vorfall dieser Art darstellt, seit der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa nach dem Sturz von Baschar al-Assad die Macht übernommen hatte. Für Washington und Damaskus ist die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) für den Anschlag verantwortlich.
Nach Angaben der syrischen Behörden ereignete sich das Attentat während einer gemeinsamen Feldpatrouille in der Nähe von Palmyra, an der syrische und amerikanische Offiziere beteiligt waren. Sicherheitskräfte griffen ein und verwundeten den Angreifer, dessen Tod später bestätigt wurde. Das Innenministerium in Damaskus teilte mit, der Angreifer sei erst kürzlich den Sicherheitskräften beigetreten und hätte wegen seiner »extremistischen Ansichten« entlassen werden sollen. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) bestätigte den Tod des Angreifers und die Verwundung von drei weiteren Soldaten und erklärte, die Delegation habe sich im Rahmen einer Mission zur Unterstützung der laufenden Operationen gegen den IS in Palmyra aufgehalten.
Der Angriff folgt auf den offiziellen Beitritt Syriens zur internationalen Koalition gegen den Islamischen Staat, der den jüngsten Besuch von Interimspräsident Ahmed al-Sharaa in Washington und sein Treffen mit US-Präsident Donald Trump kennzeichnet und eine Entwicklung darstellt, welche die Beziehungen zwischen Syrien und den USA drastisch verändert hat. US-Präsident Donald Trump versprach seinerseits am Tag des Angriffs, Vergeltung für den Terrorakt zu üben, der in einem Gebiet stattfand, das von Trump als »sehr gefährlich« bezeichnet wurde und das nicht vollständig von den syrischen Behörden kontrolliert wird.
Der Angriff weckt neuen Sorgen in Bezug auf den Islamischen Staat und erinnert an dessen Kontrolle über Palmyra und andere syrische Städte zwischen 2015 und 2016, bevor eine Phase des Niedergangs zu seiner territorialen Niederlage geführt hat. Allerdings warnten zahlreiche Regierungen und internationale Organisationen nach dem Sturz des Assad-Regimes und dem Zusammenbruch der syrischen Armee am 8. Dezember 2014, die Terrormiliz könnte das Sicherheitsvakuum in Syrien ausnutzen, um seine bewaffneten Aktivitäten wieder aufzunehmen.
Neue Strategie
Am 29. Juli stellte ein Bericht des Analytischen Unterstützungs- und Sanktionsüberwachungsteams des UN-Sicherheitsrats fest, dass der IS das Chaos nach dem Sturz des Assad-Regimes ausgenutzt habe, um sich Vorräte an schweren Waffen der früheren Regierung anzueignen, und dass Hunderte IS-Mitglieder aus Gefängnissen geflohen seien. Die IS-Zellen konzentrieren sich vor allem auf die Badia-Wüste im Zentrum und Osten Syriens sowie auf Teile des Nordens, mit einer geringeren Präsenz in der Nähe von Damaskus, auf dem Land um Aleppo, in Homs und in den südlichen Regionen. Die UNO schätzt, dass der IS noch immer zwischen 1.500 und 3.000 Kämpfer in Syrien und im Irak stationiert hat.
Ein weiterer Faktor für das Wiedererstarken des IS ist sein Eindringen in den neuen Sicherheitsapparat. Der Forscher für Dschihadismus-Fragen bei der International Crisis Group Jerome Dreyfus sagte, die Behörden hätten die Überprüfungen gelockert, um mehr Personal zu rekrutieren, anstatt strenge Hintergrundüberprüfungen durchzuführen. Laut Dreyfus erklärt dies die Anwesenheit einiger der radikalsten Rekruten, die bereit sind, gegen die amerikanischen Streitkräfte zu kämpfen, weil sie gegen die Entscheidung der Regierung sind, mit westlichen Ländern zusammenzuarbeiten und sich der internationalen Koalition gegen den IS anzuschließen.
Für Dreyfus geht »vom Islamischen Staat eine reale Gefahr aus, die sich in seiner Expansion innerhalb der Städte, seinen Rekrutierungsbemühungen und seiner Ausnutzung der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage manifestiert«. Diese Gefahr wachse, was man nicht zuletzt daran sehe, dass sich die Organisation zu immer mehr Anschlägen bekennt.
Darüber hinaus glaubt der syrische Forscher Mohammed al-Mustafa, dass der IS eine neue Strategie in Syrien entwickelt hat: Die Organisation setze nun Sympathisanten für die Durchführung von Anschlägen ein, wie die jüngsten Operationen in von der Regierung kontrollierten Gebieten zeigen, darunter der Bombenanschlag auf die Mar-Elias-Kirche im Damaszener Stadtteil Dweilaa, die Anschläge auf Sicherheitskräfte in der Umgebung von Aleppo, mehrere andere im Süden der Provinz Idlib und die Operation in Palmyra.
Al-Mustafa wies darauf hin, dass die Eindämmung der Aktivitäten der Organisation intensive Anstrengungen und eine effektive Zusammenarbeit mit der internationalen Koalition erfordert: »Nachrichtendienstliche Informationen sind der Schlüssel zur Stärke, und der Besitz ausreichender Daten durch die Regierung könnte der Schlüssel zur Eindämmung der Anschläge in Syrien sein.«
Tonight, U.S. and Jordanian forces struck 70+ ISIS targets in Syria with 100+ precision munitions. Peace through strength. pic.twitter.com/XWWvfqBBFT
— U.S. Central Command (@CENTCOM) December 20, 2025






