Syrien: Israels Kampf gegen das Vordringen des Iran

800 Luft- und Artillerieschläge auf 200 Ziele – in den zurückliegenden eineinhalb Jahren: Das ist nach eigenen Angaben die Bilanz der israelischen Armee im syrischen Bürgerkrieg. Die Angriffe galten weniger den Stellungen des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad, als iranischen Militärberatern, Stellungen sowie Waffentransporten und -lieferungen, die zum Teil auch für die von Teheran protegierte schiitische Hisbollah-Miliz bestimmt waren.

Es ist ein Schattenkrieg zwischen Israel und Iran, der seit Jahren an verschiedenen Schauplätzen ausgetragen wird – und der kontinuierlich an Schärfe zunimmt.

Noch im August 2017 hatte der damalige israelische Luftwaffenchef in der Tageszeitung Haaretz erklärt, seine Piloten hätten in den zurückliegenden Jahren fast einhundert Ziele in Syrien bombardiert. Demnach müsste das israelische Verteidigungsministerium in den vergangenen zwölf Monaten die übrigen einhundert Luftschläge befohlen haben. Im Klartext: rund zwei pro Woche. (…)

Erst am Dienstag erklärten syrische Staatsmedien zudem, Israel habe ein weiteres Mal in Masyaf angegriffen. Offenbar richtete sich die Attacke auf eine Fabrik, in der bislang iranische Experten Präzisionsraketen herstellten. Für die strategische Bedeutung der Anlage spricht die Tatsache, dass in der Nähe eine russische S-400 Luftabwehrbatterie stationiert war – sie konnte den Angriff, der offenbar von libanesischem Luftraum aus erfolgte, aber nicht unterbinden.

Am Montag hatte Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman noch einmal bekräftigt, dass sein Land keine iranischen Waffentransporte zulassen werde. ‚Und was die iranische Bedrohung angeht, beschränken wir unsere Reaktionen nicht nur auf syrisches Gebiet‘, sagte Lieberman. ‚Das muss jedem klar sein.‘

Denn inzwischen liefert Teheran offenbar nicht nur Raketen nach Syrien, sondern auch in den Irak. (…) Iran könnte die im Irak stationierten Waffen im Falle eines Angriffs auf Iran gegen Israel oder die arabischen Golfstaaten einsetzen. Die Regierung in Bagdad dementierte den Bericht nicht, das Außenministerium in Teheran bezeichnete die Meldung allerdings als ‚falsch und lächerlich‘.“ (Dominik Peters/Christoph Sydow: „Heißer Herbst“)

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