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Syrien schließt Entsendung von Truppen zum Kampf gegen die Hisbollah aus

Der syrische Staatschef Ahmed al-Sharaa
Der syrische Staatschef Ahmed al-Sharaa (© Imago Images / APAimages)

Der syrische Staatschef Ahmed al-Sharaa forderte Beirut und die internationale Gemeinschaft auf, eine politische Lösung zur Beendigung des Libanon-Konflikts voranzutreiben.

Der syrische Staatschef Ahmed al-Sharaa schloss am Sonntag die Entsendung von Truppen in den Libanon aus, nachdem US-Präsident Donald Trump vorgeschlagen hatte, Damaskus solle gegen die vom Iran unterstützte Terrororganisation Hisbollah vorgehen. »Die Lösung für den Libanon wird nicht durch Krieg und die Bombardierung von Städten erfolgen«, sagte der sunnitisch-islamistische Führer in einem Interview mit Al Mashhad Media. Er forderte den libanesischen Staat und die internationale Gemeinschaft auf, eine politische Lösung voranzutreiben, an die »jeder glauben kann«.

»Die Krise im Libanon ist sehr ernst, und bei den politischen Lösungen herrscht Stillstand«, sagte al-Sharaa. »Präsident Trump hat seine Besorgnis über die aktuelle Lage im Land zum Ausdruck gebracht, und seine Worte wurden missverstanden. Er sprach über die Rolle Syriens bei der Suche nach einer sicheren und friedlichen Lösung, aber die Menschen verstanden ihn so, als würde Syrien morgen früh in den Libanon einmarschieren.«

Kein Rückzug Israels

Trump hatte in den vergangenen Wochen seine Frustration gegenüber dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wegen Luftangriffen im Libanon zum Ausdruck gebracht, die seiner Meinung nach seine Absichtserklärung mit dem iranischen Regime hätten gefährden können. Am 16. Juni sagte Trump, der jüdische Staat kämpfe schon viel zu lange gegen die Hisbollah, und es seien zu viele Zivilisten ums Leben gekommen.

»Man muss nicht jedes Mal ein Wohnhaus zerstören, wenn man nach jemandem sucht«, erklärte er gegenüber Reportern am Rande des G7-Gipfels in Frankreich. »Denn in diesen Wohnhäusern leben viele Menschen, ⁠und sie gehören nicht alle zur Hisbollah, das kann ich Ihnen versichern.« Der US-Präsident fügte hinzu: »Ich habe Israel vorgeschlagen, Syrien die Hisbollah überlassen zu lassen, denn um ehrlich zu sein, glaube ich, dass sie das besser hinbekommen.«

Als er am nächsten Tag gefragt wurde, ob er mit al-Sharaa über seinen Vorschlag gesprochen habe, nickte Trump und sagte »Ja«. Auf die Frage, ob Damaskus bereit sei, sich mit der Stellvertreterarmee des Iran im Libanon auseinanderzusetzen, antwortete Trump, er werde später darüber sprechen.

Netanjahu erklärte am Sonntagabend auf dem JNS International Policy Summit in Jerusalem, dass kein Land im Libanon bessere Arbeit leisten würde als Israel. Der israelische Premier wies darauf hin, dass das Verhältnis von getöteten Terroristen zu Nichtkombattanten in diesem Krieg trotz des Einsatzes menschlicher Schutzschilde durch die Hisbollah bei nur fünf zu eins liege. »Das ist beispiellos, denn keine Armee geht so weit wie die israelische Armee, die gezielt Terroristen angreift und zivile Opfer auf ein Minimum reduziert«, erklärte er und fügte hinzu, dass Jerusalem »dafür gelobt werden sollte«.

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) würden im Südlibanon bleiben, »solange wir unsere Bevölkerung [zwar vor den vom Iran unterstützten Hisbollah-Terroristen] schützen müssen«, betonte Netanjahu. »Der Grund dafür ist vollkommen verständlich; von keinem Land würde man etwas anderes erwarten. Stellen Sie sich die Vereinigten Staaten vor. Jenseits der Grenze befinden sich Tausende, eine Armee von Tausenden von Terroristen, die amerikanische Städte und Ortschaften mit Raketen, ballistischen Flugkörpern und tödlichen Drohnen beschießen. Sie töten ihre Soldaten, sie töten ihre Bürger, sie töten ihre Kinder. Und sie bedrohen sie jeden Tag.«

Was wohl würde Amerika tun, fragte Netanjahu. »Würde es sagen: ›Nun, wir können nichts tun, lasst uns den Beschuss einstellen‹? Würde Amerika das sagen? Nein. Sie wissen verdammt gut, was Amerika tun würde. Es würde die Grenze überqueren, eine Sicherheitszone errichten, die Terroristen töten und seine Bevölkerung schützen, bis die Bedrohung beseitigt ist. Genau das tun wir.«

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