Die Zünder hätten in improvisierten Sprengsätzen verwendet werden können und waren wahrscheinlich für die Terrororganisation Hisbollah im Libanon bestimmt.
Nach Angaben des syrischen Innenministeriums haben syrische Behörden eine große Lieferung von 6.000 Sprengzündern beschlagnahmt, die in den Libanon geschmuggelt werden sollten. Die Behörden gaben nicht bekannt, für wen die Sprengkörper bestimmt waren, doch aller Wahrscheinlichkeit nach hätten sie an die Hisbollah gehen sollten.
Das syrische Innenministerium gab Mitte der Woche bekannt, »dass es einen Versuch vereitelt hat, eine große Lieferung von Sprengzündern zu schmuggeln, die für den Einsatz in improvisierten Sprengsätzen (IEDs) bestimmt waren und in Richtung des libanesischen Territoriums transportiert wurden«, berichtete die syrische Nachrichtenagentur North Press Agency (NPA).
In einer offiziellen Erklärung habe das Ministerium mitgeteilt, die Operation habe sei »eine der größten Beschlagnahmungen dieser Art in den letzten Monaten«, hieß es in dem NPA-Bericht weiter. Allerdings hätten »die Behörden keine weiteren Details zum Ort der Aktion oder zu den an dem Schmuggelversuch beteiligten Personen bekannt gaben. Sprengzünder werden häufig bei der Herstellung von IEDs verwendet, die während des gesamten Syrienkonflikts von verschiedenen Akteuren in großem Umfang eingesetzt wurden und ein anhaltendes Sicherheitsrisiko für Zivilisten und Sicherheitskräfte darstellen.«
Schmuggeltunnel entdeckt
In den vergangenen Tagen entdeckte Syrien obendrein einen Tunnel nahe der Grenze zum Libanon aufgedeckt, der wahrscheinlich zum Waffenschmuggel an die Hisbollah genutzt wurde, berichtete der staatliche syrische Nachrichtensender Al-Ikhbaria. Der Tunnel befand sich im an den Nordlibanon grenzenden Gebiet von Qusayr in der Provinz Homs. Die Hisbollah nutzt Qusayr seit 2012 als wichtigen Übergang nach Syrien.
Die in London ansässigen Zeitung Asharq Al-Awsat gab weitere Details zu den Entwicklungen bekannt, als sie schrieb, Syrien habe am 11. April fünf Personen festgenommen, die Verbindungen zur Hisbollah hätten. Diese aktuellen Geschehnisse »erfolgen vor dem Hintergrund von Befürchtungen, Syrien könnte durch den Libanon und die – mit der Unterstützung der Vereinigten Staaten und Israels durchgeführten – Bemühungen zur Entwaffnung der Hisbollah in einen größeren Konflikt hineingezogen werden«, heiß es in dem Bericht.
Syrien hat bereits in der Vergangenheit Waffenlieferungen an die Hisbollah unterbunden. Seit dem Sturz des Assad-Regimes geht die neue Regierung gegen den von Iran unterstützten Schmuggel vor. » Im Januar 2025 verhinderten die syrischen Behörden zudem, dass eine Lieferung von Gewehren die Hisbollah erreicht. Und am 7. Juni 2025 »nahmen syrische Sicherheitskräfte eine Waffenschmugglerzelle in der syrischen Stadt Talkalakh fest, die nahe der Grenze zwischen Syrien und dem Nordlibanon liegt«, berichtete das Alma Research and Education Centern im vergangenen Juni. Damlas hätten zweihundert im Iran hergestellte Raketen an die Hisbollah geschmuggelt werden soll.






