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Sudanesischer Militärgeheimdienst und libysche Armee führen Gespräche in Tripolis

Libyscher Armeechef beim Treffen mit dem Direktor des sudanesischen Militärgeheimdienstes
Libyscher Armeechef beim Treffen mit dem Direktor des sudanesischen Militärgeheimdienstes (Quelle: Libysches Generalkommando)

Während die Schnellen Eingreiftruppen mit dem libyschen Warlord Khalifa Haftar verbündet sind, knüpfen die sudanesischen Streitkräfte Beziehungen zur offiziellen Regierung in Tripolis.

Eine hochrangige sudanesische Militärdelegation traf sich am Sonntag in Tripolis mit dem Chef der libyschen Armee, um den Austausch von Geheimdienstinformationen und die Sicherheitskoordination zu verbessern.

Die Gespräche finden statt, während beide Länder mit anhaltenden Sicherheitsproblemen konfrontiert sind. So befindet sich der Sudan weiterhin in einem Bürgerkrieg zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Schnellen Eingreiftruppen (RSF). Und auch Libyen ist nach wie vor gespalten zwischen der von der UNO anerkannten Regierung in Tripolis und rivalisierenden Behörden im Osten des Landes, die mit dem Warlord Khalifa Haftar verbündet sind.

Laut einer Erklärung des Armeechefs der libyschen Regierung, Salahuddin al-Namroush, empfing er den Direktor des SAF-Militärgeheimdienstes, Generalleutnant Mohamed Ali Sabir. Beide Seiten erörterten Mechanismen für den Austausch von Geheimdienstinformationen, die Koordinierung der Sicherheit, den Ausbau gemeinsamer Ausbildungsprogramme und die Verbesserung der Einsatzbereitschaft ihrer jeweiligen Streitkräfte.

Dabei hob al-Namroush die »historischen Bindungen und tief verwurzelten Beziehungen zwischen dem libyschen und dem sudanesischen Volk« hervor und betonte, wie wichtig es sei, die Zusammenarbeit angesichts gemeinsamer Sicherheitsherausforderungen zu stärken. In der libyschen Erklärung wurde das Treffen als Teil einer strategischen Partnerschaft beschrieben, die darauf abziele, die regionale Stabilität zu stärken und gemeinsamen Bedrohungen an der gemeinsamen Grenze beider Länder entgegenzutreten.

Regionale Bedeutung

Die SAF haben Khalifa Haftar wiederholt vorgeworfen, die RSF zu unterstützen, indem er ihnen logistischen und territorialen Zugang im von seinen Kräften dominierten Süden Libyens gewährt. Während Haftar die Vorwürfe zurückweist, unterstreicht der Streit die grenzüberschreitende Dimension des sudanesischen Krieges. Die Auseinandersetzungen, die Millionen Menschen zur Flucht gezwungen und weite Teile der Region destabilisiert haben, machten die Einbeziehung diverser Staaten erforderlich, darunter sowohl Nachbarländer als auch ausländische Vermittler.

Die Zusammenkunft am Sonntag in Tripolis deutet darauf hin, dass die SAF beabsichtigt, die Beziehungen zur von der UNO anerkannten libyschen Regierung zu formalisieren und zu stärken. Dies könnte als Gegengewicht zu der Unterstützung dienen, die die RSF durch libysche Akteure wie Haftar erhält.

Das Treffen endete mit der Zusage, militärische Ausbildungsprogramme auszuweiten, Fachwissen auszutauschen und die Konsultationen auf hoher Ebene zu intensivieren. Beide Seiten waren sich einig, dass eine nachhaltige Koordinierung »den Interessen beider Nationen dient und die Sicherheit und Stabilität in der Region fördert«, wie es in einer Erklärung hieß. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese bilaterale Dynamik zu einer praktischen Abschreckung entlang der langen und in der Wüste gelegenen Grenze zwischen dem Sudan und Libyen führt.

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