Studie: Islamischer Extremismus ist ein globales Phänomen

„Eine neue Studie, die sich mit den Wurzeln, der Ausbreitung und Wirkung des gewalttätigen islamistischen Extremismus befasst, hat ermittelt, dass weltweit 121 Gruppen, die Elemente dieser gemeinsamen Ideologie teilen, aktiv sind. Infolge ihrer Aktivitäten seien 2017 in insgesamt 66 Ländern 84.000 Menschen umgekommen. Fast 22.000 von ihnen seien Zivilisten gewesen. In einer Rede vor dem Council on Foreign Relations in Washington erklärte der ehemalige britische Premierminister Tony Blair am Donnerstag, der islamistische Extremismus sei ‚ein globales Phänomen und nimmt zu‘.

‚Die Geschichte begann nicht mit Al-Qaeda und wird mit der Niederlage des Islamischen Staats nicht enden‘, so Blair. Der ‚Global Extremist Monitor‘, der vom Tony Blair Institute for Global Change vorgelegt wurde, wertete hunderte englischsprachige Nachrichtenquellen aus, die im letzten Jahr islamistische Vorfälle meldeten. Es habe in insgesamt 48 Ländern 7841 – also jeden Tag durchschnittlich 21 – Anschläge gegeben. Am schwersten sei Syrien vom gewaltsamen Extremismus betroffen. Die meisten Opfer tödlicher Anschläge seien Muslime gewesen. Am Syrienkonflikt seien letztes Jahr 29 gewalttätige Islamistengruppen beteiligt gewesen. Der Islamische Staat sei für 44 Prozent aller dortigen Anschläge verantwortlich. Die Hälfte aller Opfer weltweit habe es in Syrien gegeben. […]

Farah Pandith, die unter Obama im Außenministerium als dessen erste Sonderbeauftragte für muslimische Communities tätig war, erklärte, praktische Maßnahmen und Investitionen seien insbesondere angesichts der erweiterten Rekrutierungsbestrebungen von Gruppen wie dem Islamischen Staat besonders dringlich. ‚Es geht nicht nur um junge Männer, sondern auch um junge Frauen‘, so Pandith. ‚Der Islamische Staat und anderen Gruppen … waren klug genug zu erkennen, dass es ihnen nichts nützt, sich nur auf eine Bevölkerungsgruppe zu konzentrieren. Sie müssen sich an jeden wenden. Also bemühen sie sich um Männer und Frauen, Mädchen und Jungen‘, erklärte Pandith weiter. Dem Bericht zufolge gab es im letzten Jahr 181 Selbstmordattentäterinnen.“ (Olivia Gazis: „Islamist extremism caused 84,000 deaths worldwide in 2017, new report says“)

Link zur Studie: Global Extremism Monitor

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