Wie der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa kürzlich bekannt gab, hatte er während der Offensive zum Sturz Assads Geheimverhandlungen mit Russland geführt.
In dem Interview mit dem staatlichen Fernsehsender Alekhbariah verriet der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa in der vergangenen Woche, dass seine HTS-Milizen während der Offensive, die schließlich zum Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad geführt hat, Geheimverhandlungen mit Assads wichtigsten Verbündeten, also Russland, aufgenommen hatten. »Als wir in der Befreiungsschlacht Hama erreichten, gab es Verhandlungen zwischen uns und Russland.«.
Als die HTS-Truppen weiter südlich in Homs eintrafen, habe sich Russland »im Rahmen einer zwischen uns getroffenen Vereinbarung aus den Kämpfen herausgehalten«. Al-Sharaa wies auch darauf hin, dass seine Milizen es vermieden hätten, den russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim an der syrischen Mittelmeerküste anzugreifen. Der russische Marinestützpunkt in Tartus und der Luftwaffenstützpunkt in Hmeimim sind die einzigen offiziellen Militärstützpunkte Moskaus außerhalb der ehemaligen Sowjetunion.
Abkommen mit Israel?
Syriens Übergangspräsident bestätigte weiters Verhandlungen mit Jerusalem über ein Sicherheitsabkommen, das den Rückzug Israels aus jenen Gebieten vorsieht, die es nach dem Sturz von Assad im Dezember besetzt hatte.
Als die von den islamistischen HTS geführten Kräfte den syrischen Präsidenten am 8. Dezember 2024 stürzten, stationierte Israel Truppen in der von der UNO überwachten Pufferzone auf den Golanhöhen, die seit dem Waffenstillstand nach dem Jom-Kippur-Krieg von 1973 die israelischen und syrischen Streitkräfte trennt. Die Truppen operieren in Gebieten bis zu einer Tiefe von etwa fünfzehn Kilometern (in Syrien, um Waffen zu beschlagnahmen, die eine Bedrohung für Israel darstellen könnten, sollten sie in die Hände feindlicher Kräfte fallen, wie es während der Herrschaft Assads bei den vom Iran unterstützten Gruppen der Fall war). Außerdem flog Israel Hunderte von Luftangriffen auf Ziele in Syrien. Die neuen Behörden Syriens haben auf die Angriffe nicht reagiert.
Man befinde sich »derzeit in Verhandlungen und im Dialog über die Frage eines Sicherheitsabkommens«, sagte al-Sharaa, der der Ansicht ist, dass Syrien nach dem Sturz Assads das Abkommen von 1974 gekündigt habe, obwohl Syrien von Anfang an seine Verpflichtung zu dieser Vereinbarung bekundet habe. »Derzeit laufen Verhandlungen über ein Sicherheitsabkommen, um Israel wieder dorthin zurückzubringen, wo es vor dem 8. Dezember war.«
Jerusalem und Damaskus unterhalten keine diplomatischen Beziehungen, da sich die beiden Länder technisch gesehen im Krieg befinden, seit Syrien sich 1948 im Unabhängigkeitskrieg anderen arabischen Ländern angeschlossen hat, um Israel zu vernichten.
Im August berichteten syrische Staatsmedien, Außenminister Asaad al-Shaibani und der israelische Minister für strategische Angelegenheiten Ron Dermer hätten sich in Paris getroffen, um über eine Deeskalation und die Lage in der mehrheitlich von Drusen bewohnten Provinz Suwayda nach tödlichen religiösen Unruhen zu sprechen.
Ebenfalls im August bestätigte Premierminister Benjamin Netanjahu, Israel führe Gespräche über die Entmilitarisierung Südsyriens. Inmitten der laufenden, von den USA vermittelten Treffen, erklärte Verteidigungsminister Israel Katz jedoch Ende letzten Monats, die israelischen Truppen würden in Syrien stationiert bleiben, um den Norden zu verteidigen: »Israels Notwendigkeit, dort präsent zu bleiben«, sei eine »zentrale Lehre aus den Ereignissen vom 7. Oktober 2023«.






