Separatisten rufen zu Volksaufstand im Jemen auf

„Nach tagelangen Protestens in der südjemenitischen Hauptstadt Aden wegen des Scheiterns der Regierung im Umgang mit der Wirtschaftskrise verlangte eine separatistische Organisation am Mittwoch die Unabhängigkeit des Südens und rief zu einem Volksaufstand auf. Angesichts der verheerenden Wirtschaftskrise befindet sich der Wert des Rial im Tiefflug und die Preise aller lebenswichtigen Güter sind stark gestiegen. Vor diesem Hintergrund hat der Südliche Übergangsrat (STC) das Volk des Südjemen, der von 1967 bis 1990 ein eigener Staat war, zu einem Aufstand gegen die Regierung aufgerufen.

Der STC wurde im vergangenen Jahr gebildet, um die Wiederherstellung des ehemals unabhängigen Südjemen zu erwirken. ‚Die korrupten herrschenden Banden stehlen unser Geld, die Nahrung unserer Kinder und die Einkünfte des befreiten Südens für ihren eigenen Zwecke‘, hieß es in der Erklärung des STC. ‚Sie leben mit ihren Kindern im Luxus, während unsere Kinder und Enkel darben und an Krankheiten und Unterernährung leiden. Mit ihrer Leichtfertigkeit haben sie den Zusammenbruch der Wirtschaft und der Währung verursacht, die Gesellschaft destabilisiert, die öffentlichen Dienste in Mitleidenschaft gezogen und die Entwicklung im Südjemen gestoppt.‘ Die Regierung brachte ihre Sorge zum Ausdruck, dass der Aufruf zu massiven Ausschreitungen führen könnte, ‚die der Sicherheit und Einheit des Jemen und seines Volks nur schaden können‘, und drängte den STC, seine Pläne aufzugeben. Der Aufruf kam in Aden gut an. Viele meinten, er nehme das Leid der Menschen ernst. Von den Bewohnern der Stadt, mit denen Middle East Eye sprach, gaben viele an, es sei höchste Zeit, dass die Regierung aus dem Südjemen verdrängt werde. (…)

Bei Zusammenstößen zwischen südlichen Separatisten und Regierungsstreitkräften im Januar kamen Dutzende Menschen um. Der STC hat wiederholt die Korruption und Misswirtschaft der Regierung beklagt. Am Mittwoch war er offenbar entschlossen, weiteres Öl ins Feuer zu gießen. ‚Wir haben uns im Januar gemeinsam gewehrt und einen Regierungswechsel versprochen, doch ist das bislang nicht passiert, und die Regierung hat ihre Misswirtschaft und Korruption fortgeführt‘, hieß es in der Erklärung des STC. ‚Infolge der katastrophalen Politik der sogenannten legitimen Regierung sind die südlichen Provinzen alle zu Katastrophengebieten geworden. Wir erklären alle Verpflichtungen der Regierung gegenüber für nichtig und versichern unserer Nation in den südlichen Provinzen, dass wir einen Volksaufstand unterstützten. Der Aufstand soll friedlich sein und die öffentlichen und privaten Institutionen sollen aufrechterhalten werden.‘“ (Bericht auf Middle East Eye: „Yemen’s UAE-backed southern separatists announce popular uprising“)

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