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Schwere ausländerfeindliche Krawalle in der Türkei

Bei den Krawallen in der Türkei verwüstetes Geschäft eines Syrers. (© imago images/Depo Photos)
Bei den Krawallen in der Türkei verwüstetes Geschäft eines Syrers. (© imago images/Depo Photos)

In der Türkei, wo jede oppositionelle Demonstration im Keim erstickt wird, sah die Polizei zu, wie der ausländerfeindliche Mob wütete.

Susanne Güsten, Der Tagesspiegel

Die Türkei hat derzeit mit schweren ausländerfeindlichen Krawallen zu kämpfen: In der Hauptstadt Ankara plünderte ein Mob die Geschäfte von Syrern und zündete Autos an. Syrische Familien verbarrikadierten sich im Stadtviertel Altindag voller Angst in ihren Wohnungen, wie die Journalistin Seda Taskin von der Nachrichtenplattform Arti Gercek vor Ort berichtete. „Wir sitzen hier fest“, rief ein verzweifelter Familienvater der Reporterin aus dem Fenster zu. (…)

Auslöser der Gewalt in Altindag war der Tod eines 18-jährigen Türken bei einer Messerstecherei mit Syrern am Dienstag. Ein anderer junger Türke wurde verletzt. Trotz der aufgeheizten Stimmung in dem Armenviertel, in dem nach Medienberichten mindestens jeder zehnte der 360.000 Einwohner ein Syrer oder Afghane ist, verhinderte die Polizei die Krawalle am Mittwoch nicht. Die türkischen Sicherheitskräfte, die sonst jede kleine Demonstration im Keim ersticken, hielten sich zurück. (…)

Altindag ist eine Hochburg von Erdogans Regierungspartei AKP. Bei der letzten Kommunalwahl vor zwei Jahren holte sie dort 64 Prozent der Stimmen. Doch in Altindag wie anderswo in der Türkei ist die Stimmung gekippt. (…)

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Erdogan hat mit einer „Politik der offenen Tür“ rund 3,6 Millionen Syrer in der Türkei aufgenommen. In jüngster Zahl kommen immer mehr afghanische Flüchtlinge hinzu, deren Zahl nach Schätzung von Experten in den kommenden Monaten eine Million erreichen könnte.

(Aus dem Artikel „In Ankara wütet der anti-syrische Mob – ungestört“, der im Tagesspiegel erschienen ist.)

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