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Schwere Angriffe der Türkei auf kurdische Gebiete in Nordsyrien

Türkische Artiellerieangriffe im Raum Ain Issa in Nordsyrien
Türkische Artiellerieangriffe im Raum Ain Issa in Nordsyrien (Quelle: ANHA)

Mit der Türkei verbündete Milizen haben am Freitag neue Angriffe gegen die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in Ain Issa durchgeführt, wobei mehrere zivile Opfer gemeldet wurden.

Karwan Faidhi Dri, Rudaw

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) wurden SDF-Kräfte zwischen Donnerstag und Freitagabend wiederholt in Dörfern rund um die Stadt Ain Issa angegriffen. Die in Großbritannien ansässige Kriegsbeobachtungsstelle fügte hinzu, dass die Kämpfer durch intensives türkisches Artilleriefeuer unterstützt wurden, als sie die Dörfer Jahbal und Mushayrifah, östlich von Ain Issa, angriffen, dass es ihnen aber nicht gelang, weiter vorzurücken.

Zwei Zivilisten wurden bei den Zusammenstößen getötet, so die SDF-nahe North Press Agency (NPA), die von schwerem türkischem Artilleriebeschuss berichtete. SOHR meldete ebenfalls eine nicht näher bezeichnete Anzahl von Verlusten. Scharfschützen der SDF vereitelten Infiltrationsversuche der Militanten in beide Dörfer, so die Hawar News Agency (ANHA).

Ain Issa liegt östlich des Euphrat, an einer Kreuzung, die viele Städte im Nordosten Syriens miteinander verbindet, und war ein Brennpunkt der jüngsten Auseinandersetzungen. Bewohner der Dörfer rund um Ain Issa haben Rudaw bereits von ihren Ängsten vor einem türkischen Angriff berichtet und schlafen nachts in verlassenen Gebieten, für den Fall, dass es zu erneuten Kämpfen kommt. Die türkischen Verbündeten in Nordsyrien bombardieren die strategisch wichtige Stadt in der Provinz Raqqa seit Monaten, konnten aber bisher keine Fortschritte erzielen.

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Es gibt Berichte über Versuche Russlands, die SDF zur Übergabe der Stadt an Regimetruppen zu bewegen, um die türkischen Angriffe zu stoppen – ein Vorschlag, der von den SDF abgelehnt wurde. Amina Omar, Co-Vorsitzende des Syrischen Demokratischen Rates (SDC) – dem politischen Arm der SDF – sagte am Freitag gegenüber Rudaw, dass „Russland die SDF unter Druck setzt, um sie zur Übergabe von Ain Issa an Damaskus zu bewegen.“ Die Russen sind in der Stadt präsent, wurden aber von kurdischen Beamten und Einheimischen für ihr „Desinteresse“ gegenüber den regelmäßigen Angriffen der türkischen Stellvertreter kritisiert. Omar fügte hinzu, dass Ankara mit den Angriffen das Ziel verfolge, „verschiedene Teile Nordostsyriens voneinander zu trennen.“

Die Türkei und ihre Stellvertreter kontrollieren Teile Nordsyriens, – darunter Teile der Provinzen Aleppo und Idlib, sowie eine sogenannte „sichere Zone“ zwischen Sari Kani (Ras al-Ain) und Gire Spi (Tel Abyad) im Nordosten Syriens –, die von Ankaras Stellvertretern nach der Operation „Friedensfrühling“ eingenommen wurde, im Zuge derer im vergangenen Oktober Hunderttausende von Zivilisten vertrieben wurden. 

(Aus dem Artikel Civilians reported dead as Turkey-backed militants intensify attacks in Ain Issa“, der bei Rudaw erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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