Der russische Einmarsch in die Ukraine hat die Energiepreise in nie gekanntem Ausmaß in die Höhe schnellen lassen. Davon profitiert auch der weltweit größte Erdölkonzern und damit der saudische Staat.
Saudi Aramco, die größte Ölgesellschaft der Welt, gab am Dienstag bekannt, im dritten Quartal dieses Jahres einen Nettogewinn von 42,4 Mrd. Dollar erwirtschaftet zu haben. Dieser Betrag, den das staatlich kontrollierte Unternehmen erzielen konnte, war damit mehr als doppelt so hoch als jene fast zwanzig Milliarden Dollar, die Exxon Mobil im selben Zeitraum verdiente. Dadurch konnte Aramco, das ein Beinahe-Monopol auf die saudi-arabische Ölproduktion hat, eine Dividende von 18,75 Mrd. Dollar ausschütten, die größtenteils an die Regierung des Golfkönigtums geht.
Die extrem hohen Gewinne von Saudi Aramco und anderen Ölunternehmen sind den Preisexplosionen geschuldet, die durch den Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar ausgelöst wurden. In dem Bemühen, die Preise zu stützen, kündigten Saudi-Arabien und Russland im Rahmen des OPEC-Plus-Kartells vor Kurzem eine Reduktion der Ölproduktion in Höhe von etwa zwei Prozent der weltweiten Fördermenge an. Dieser Schritt verärgerte die US-Regierung, die ihrerseits die Ölproduzenten zu einer Produktionserhöhung drängte, um die Treibstoffpreise für die Verbraucher zu senken.
Die am Dienstag gemeldeten Gewinne von Saudi Aramco lagen fast vierzig Prozent über den Gewinnen des Vorjahresquartals. Da die Ölpreise seit ihrem Höchststand im Juni gesunken sind, unterschritten die aktuellen Gewinne allerdings jene des zweiten Quartals dieses Jahres, als Aramco einen Rekordgewinn von 48 Mrd. Dollar meldete. Das Unternehmen teilte mit, im Zeitraum Juli bis September durchschnittlich 101,70 Dollar pro Barrel Öl erhalten zu haben, verglichen mit 113,20 Dollar im vorangegangenen Quartal. Zugleich erklärte der saudische Konzern, weiterhin in die Produktionssteigerung zu investieren. »Langfristig gehen wir davon aus, dass die Ölnachfrage für den Rest des Jahrzehnts steigen wird«, sagte Aramco-Vorstandsvorsitzender Amin H. Nasser in einer Erklärung.
Das Unternehmen bekräftigte seinen Plan, ein Investitionsprogramm abzuschließen, mit dem die Produktionskapazität bis zum Jahr 2027 von derzeit etwa zwölf auf dreizehn Millionen Barrel pro Tag erhöht werden soll.