Das Golfkönigreich nimmt damit die größte Massenexekution seit Jahrzenten vor.
Wie das saudische Innenministerium am Wochenende verkündete, ließ das Golfkönigreich am vergangenen Samstag 81 Männer hinrichten, darunter sieben Jemeniten und ein Syrer. Damit wurden an einem Tag mehr Todesstrafen vollstreckt als im gesamten Jahr 2021, in dem insgesamt 67 Hinrichtungen gemeldet wurden.
Laut Angaben des Innenministeriums reichten die Vergehen der zum Tode Verurteilten von der Mitgliedschaft in militanten Organisationen bis zu »abweichenden Glaubensinhalten«.
Die Männer »wurden wegen verschiedener Verbrechen verurteilt, unter anderem für den Mord an unschuldigen Männern, Frauen und Kindern«. Auch »das Ablegen des Treueeids gegenüber ausländischen Terrororganisationen, wie dem Islamischen Staat, den Huthis oder Al-Qaida«, habe sich unter den verübten Straftaten befunden.
Unter den Männern waren auch 37 Saudis, die für schuldig befunden worden waren, eine Verschwörung zur Ermordung von Mitgliedern der Sicherheitsdienste und zum Überfall auf Polizeistationen gebildet zu haben.
Über die Methode der Hinrichtung wurden seitens des Innenministeriums keine Angaben gemacht.
Menschenrechtsgruppen kritisieren Saudi-Arabien für seine strengen Gesetze, die die Meinungs- und Religionsfreiheit einschränken. Auch gegen Angeklagte, die zum Tatzeitpunkt noch minderjährig waren, kann in dem Königtum die Todesstrafe verhängt werden.
Die stellvertretende Vorsitzende der gegen die Todesstrafe auftretenden Organisation Reprieve sagt in einem von Reuters zitierten Statement:
»In Saudi-Arabien warten Menschen auf ihre Exekution, die wegen Glaubensfragen verurteilt wurden. Andere wurden verurteilt, obwohl sie keine Gewaltverbrechen begangen haben oder als sie noch Kinder waren. Nach dem brutalen Akt vom vergangenen Samstag fürchten wir um jeden Einzelnen von ihnen.«
Saudi-Arabien weist Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen zurück und kontert, dass es mit seinen Gesetzen die nationale Sicherheit des Landes verteidige. Die staatliche Nachrichtenagentur SPA erklärte, das saudische Strafrecht gewähre den Angeklagten das Recht auf einen Anwalt und die Wahrung all ihrer Rechte während des Prozesses.
Ein Jahr nach der Geiselnahme in der Großen Moschee in Mekka durch militante Islamisten ließ Saudi-Arabien im Jahr 1980 an einem Tag 63 Menschen hinrichten. 2016 exekutierte das Land 47 Personen an einem Tag, darunter den prominenten schiitischen Kleriker Nimr al-Nimr.