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Saudi-Arabien möchte Normalisierung zwischen Pakistan und Israel erreichen

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und der pakistanische Premierminister Imran Khan bei einem Treffen in Islamabad
Der saudische Kronprinz BbS und der pakistanische Premierminister Khan bei einem Treffen in Islamabad (© Imago Images / Xinhua)

Dem saudischen Kronprinz geht es darum, möglichst viele islamische Staaten auf seine Seite zu ziehen, bevor Saudi-Arabien den Schritt der Normalisierung setzt.

Kunwar Khuldune Shahid, Haaretz

Am vergangenen Donnerstag erklärte Pakistans Premierminister Imran Khan in einem Fernsehinterview, das online verfügbar ist und über das in der lokalen und internationalen Presse ausführlich berichtet wurde, dass – im Zuge der Normalisierung der Beziehungen zwischen den Golfstaaten und Israel – die Vereinigten Staaten und ein anderes Land Druck auf Islamabad ausüben, Israel anzuerkennen.

Khan erklärte, die Quelle des amerikanischen Drucks sei „Israels großer Einfluss in den USA. Dieser [Einfluss] war in der Tat während der Amtszeit von Trump außergewöhnlich.“

Als der Interviewer nachbohrte, ob ein „brüderliches muslimisches Land“ unter den Staaten gewesen sei, die Pakistan unter Druck setzen, antwortete ihm Khan: „Lass wir das, lass uns weitermachen.“ Khan fuhr fort: „Es gibt bestimmte Dinge, die wir nicht sagen können, weil unsere Beziehungen zu ihnen [den Vertretern des zweiten Landes, das Pakistan unter Druck setze] gut sind. Wir wollen sie nicht verärgern. Inschallah, lassen wir erst einmal unser Land auf die Füße kommen, und dann können Sie mir solche Fragen stellen.“ (…)

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Die pakistanische Regierung twitterte darauf ein Statement des Sprecher des Außenministeriums, in dem er bestritt, dass Pakistan unter dem Druck der USA stehe, Israel anzuerkennen, und Medienberichte über das Khan-Interview eine „Erfindung“ nannte.

Lassen wir das das Machtspiel zwischen Khan und seinen Regierungsbeamten für einen Moment beiseite, um zu analysieren, was der Premierminister wirklich gesagt hat. Es ist offensichtlich, dass das „brüderliche muslimische Land“, das Khan in dem Interview nicht nennen wollte, Saudi-Arabien ist. Die stillschweigende Zustimmung Riads war ein Schlüsselfaktor für die Normalisierungsabkommen zwischen Israel, den VAE und Bahrain.

Auf die Bitte um einen Kommentar bestätigten mir sowohl ein pakistanischer Diplomat als auch ein hochrangiger Militärbeamter, dass Saudi-Arabien neben den USA die andere wichtige Quelle des Drucks auf Pakistan sei. Riad hat monatelang versucht, Islamabad zu überreden, weil Kronprinz Mohammed bin Salman eine „Normalisierung der Normalisierung“ anstrebt, bevor Saudi-Arabien einen formellen Schritt in Richtung Israel macht.

Eine Normalisierung zwischen Israel und Pakistan, dem zweitbevölkerungsreichsten und einzigen nuklear bewaffneten muslimischen Staat der Welt, würde eine Sensation bedeuten und die Normalisierungspolitik geopolitisch auf Südasien ausdehnen.

(Aus dem Artikel „How Saudi Arabia Is Pressuring Pakistan to Recognize Israel, der in der Haartez erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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